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Theo Sommer zu Ehren – das Symposium “How Asia Changes – the World”

Der große Journalist Theo Sommer, Editor-at-Large der ZEIT, ist auch der ZEIT-Stiftung seit ihrer Gründung eng verbunden. Zum 80. Geburtstag ihres Kurators veranstaltete die Stiftung am 9. Juni 2010 das Symposium „Asien im Wandel. How Asia Changes – the World“. Die Teilnehmer der drei hochrangig besetzten Diskussionsrunden in der Bucerius Law School in Hamburg beleuchteten die vielfältigen gegenwärtigen Herausforderungen Asiens ebenso wie die politischen Handlungsoptionen des Westens.

Bundeskanzler a.D. Helmut Schmidt betonte die Notwendig der G 20. Der unvergleichliche Wandel Asiens und die rasanten Veränderungen der asiatischen Staaten mache die gemeinsame Lösung globaler Fragen zwingend. Wie Ronnie C. Chan, Vorsitzender von Hang Lung Properties Ltd. in Hong Kong, feststellte, habe Asien viel vom Westen gelernt, der Westen hingegen kaum von Asien. Der weitere Aufstieg Asiens sei gewiss. Das expansionistische, selbstgewisse Europa solle vor allem aufhören zu predigen. „Wir waren, sind und werden nicht wie ihr!“ war ein selbstbewusstes und zugleich provokatives Leitmotiv seiner Auftaktrede. Er befürchtet einen in seinem Selbstbewusstsein erschütterten und dadurch zunehmend defensiv agierenden Westen: "Das wäre verheerend."

Cheng Li, Wang Hui und Isabel Hilton diskutierten das moderne chinesische Selbstverständnis und die zukünftigen Herausforderungen für die Kommunistische Partei: Die KP sucht nach einer neuen Grundlage für ihre Legitimität. Ein Übergang zu mehr Demokratie im Land sei notwenig, allerdings gäbe es für die politische Elite keinen Anreiz in diese Richtung, solange Reformen und Demokratie nur Chaos und soziale Demontage bedeuteten.

Jusuf Wanadi, Shashi Tharoor und Matthias Naß sprachen über Bruchlinien und Konfliktherde in Süd- und Südostasien. Shashi Tharoor betonte, der herausragende Stellenwert der USA in der regionalen Sicherheitsarchitektur bedeute keineswegs die Akzeptanz einer vorbestimmten Führungsrolle der USA. Organisationen wie ASEAN oder die Shanghai Cooperation Organization würden zunehmend wichtiger: "Asia can do it, and arguably, will do it alone."

Der Historiker Paul Kennedy unterstrich abschließend: "The future of the World depends on how you look at it.” Um so wertvoller war der Perspektivenwechsel, den das Asien-Symposium eröffnete: Ob Shashi Tharoor die Rolle Indiens als Advokat von „soft power“ in internationalen Beziehungen darlegte, oder Cheng Li das heutige China mit einem Witz beschrieb: "There are two pieces of news. The good news is that we are running ahead of schedule. The bad news is we are lost.”


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