Hamburg - eine „Fahrradstadt“?

Hamburg hat sich zum Ziel gesetzt, den Radverkehr in den kommenden Jahren fast zu verdoppeln. Aber schon jetzt ist der Platz auf der Straße hart umkämpft durch die Aufteilung des knappen Raums zwischen Autos, Fußgängern, Radfahrern und E-Scootern. Blickt man in der Hamburger Fahrradgeschichte rund 150 Jahre zurück, so wurde der Kampf um die Straßen auch schon damals geführt: Die gewohnte Verkehrsordnung wurde durch die neuen „Velocipeden-Reiter“ kräftig durcheinandergebracht.

Hier knüpft Lars Amenda mit seiner fundierten Studie über die Geschichte des „Altonaer Bicycle-Clubs von 1869/80“ an. Sie ist nicht nur eine Vereinschronik, sondern bildet deutsche Sozial- und Kulturgeschichte ab. In seiner Festschrift erzählt er aus der Perspektive des Vereins und seiner Protagonisten fast die komplette Fahrradgeschichte in Hamburg. Hamburg und das angrenzende, Altona entwickelten sich zu einer frühen Fahrradhochburg, die sogar Städten wie Kopenhagen als Vorbild diente.

Lars Amenda, Altonaer Bicycle-Club von 1869/80. Ein Verein schreibt Fahrradgeschichte, hrsg. vom Altonaer Bicycle-Club von 1869/80, Hamburg 2019 (ABC-Forschungen zur Fahrrad- und Radsportgeschichte, Bd. 1), 216 S., mit 164 Abbildungen (davon viele in Farbe), Hardcover, Format: 29,5x21,5 cm, 24,80 EUR, ISBN 978-3-00-062242-7.