„Das selige Erwägen“ – Telemanns meditatives Passions-Oratorium, neu eingespielt

Georg Philipp Telemanns selten aufgeführtes Passions-Oratorium „Das selige Erwägen“ liegt in einer Neueinspielung durch den NDR „Das alte Werk“ vor.

Das Freiburger Barockorchester unter Leitung von Gottfried von der Goltz (Violine) macht mit dieser Komposition nicht allein die Leidensgeschichte Christi hörbar, vielmehr bietet sie neun kontemplative Meditationen. Das um 1722 entstandene Passionsoratorium "Seliges Erwägen des bittern Leidens und Sterbens Jesu Christi" war seinerzeit sehr bekannt. Es war zur "Beförderung der Andacht" geschrieben und wurde im "Hamburgischen Werk- und Zuchthaus" erstmals aufgeführt. Den Text hatte Telemann selbst verfasst, in der bildhaften und anschaulichen Umsetzung zeigt sich der erfahrene Opern- und Kirchenkomponist.

Die subtile Interpretation durch das Freiburger Barockorchester – dargeboten beim Telemannfestival 2017 in Hamburg – bedeutet die Wiedererweckung eines in der Hansestadt geschaffenen Musikwerkes, das lange Zeit stilbildend war.