Historikerin Franziska Davies erhält Übersetzungspreis der ZEIT-Stiftung

Auf dem Deutschen Historikertag 2018 wurde der Übersetzungspreis der ZEIT-Stiftung zum zweiten Mal verliehen – er ging an Franziska Davies. Die Historikerin bekam die mit 10.000 € dotierte Auszeichnung für ihr Dissertation „Muslims in the Russian Army, 1874-1917“. Der Preis dient dazu, die Arbeit in eine andere Sprache übersetzen zu lassen, in diesem Fall ins Russische.

Franziska Davies studierte Osteuropäische Geschichte, Mittelalterliche Geschichte und Philosophie an der Ludwig-Maximilians-Universität in München sowie an der Europäischen Universität in St. Petersburg. Während ihres Studiums beschäftigte sie sich intensiv mit der Imperialgeschichte Russlands. Nach ihrer Promotion 2016 an der LMU München ist sie nun als Akademische Rätin am Lehrstuhl für Osteuropäische Geschichte des Historischen Seminars tätig.

Am Beispiel der Institution der Armee arbeitet Franziska Davies die inneren Widersprüche im Zarenreich des ausgehenden 19. und frühen 20. Jahrhunderts heraus. Ihre Studie „Muslims in the Russian Army, 1874-1917“ untersucht, wie Russland mit seinen Muslimen umging und inwiefern diese den russischen Staat als politische Ordnung anerkannten. Davies‘ Arbeit leistet einen wichtigen Beitrag zur internationalen Forschungsdiskussion über den Umgang des Zarenreichs mit nicht-orthodoxen Religionen sowie den Wandel seiner muslimischen Gemeinschaften in einer Zeit tiefgreifender Reformen und eines wachsenden russischen Nationalismus.