Visuelle Abenteuer aus einer extremen Zeit

Wie sich Neue Sachlichkeit und Neues Sehen begegnen – davon handelt die Ausstellung „Welt im Umbruch. Kunst der 20er Jahre“ im Bucerius Kunst Forum in Hamburg (9. Februar bis 19. Mai 2019).

Die 20er Jahre waren eine Zeit des Umbruchs, der Extreme. Die Explosion der Bildmedien forderte die bildende Kunst heraus und führte zu hyperrealer Malerei. Erstmals ist in einer Ausstellung zu sehen, wie fruchtbar die Wechselwirkung zwischen Neuer Sachlichkeit und Neuem Sehen war und um 1925 neue Stile ausprägt. Es sind unruhige Jahre, und entsprechend behandeln die einzelnen Ausstellungs-Facetten die Wirklichkeiten der Weimarer Republik – sie heißen: Stillleben, Selbstbildnis, Akt, Architektur- und Stadtansichten, Technik und Industrieanlagen, Politische Montage.

Conrad Felixmüller malt den „Zeitungsjungen“ (1928), den Verkäufer mit der Arbeiter-Illustrierten-Zeitung, als sehe er ihn gerade an der Straßenecke. August Sanders „Konditor“ (1928) schaut direkt in die Kamera, mit „Arbeitslos“ (1928) fotografierte er einen Verhärmten an der Straßenecke, der den Blick gesenkt hat. In „Welt im Umbruch“ sehen die Besucher die vielfältige Wirklichkeit der 20er Jahre in ästhetischer Faszination und großer produktiver Bandbreite. Die Welt im Umbruch hat eben auch auch die visuelle Kunst grundlegend verändert.