Welt im Wandel – Wie geht es den Alumni der ZEIT-Stiftung

Alumniarbeit lebt vom persönlichen Austausch. Das ist natürlich schwierig während der Corona-Krise. Aber gerade jetzt ist der Kontakt umso wichtiger. Unsere Alumni befinden sich in den verschiedensten Lebensphasen und beruflichen Umgebungen. Wir haben einige ihrer Geschichten und Berichte zusammengetragen und die Alumni erzählen lassen, wie sie mit den derzeitigen Beschränkungen umgehen. Hier ein kleiner Überblick:

Christian Putsch, Alumnus aus dem Austauschprogramm für Journalisten der Internationalen Journalistenprogramme IJP:
„Ich bin Korrespondent für die WELT-Gruppe in Südafrika, wo seit Ende März einer der im internationalen Vergleich strengsten Lockdowns überhaupt gilt: Eine von Armee und Polizei überwachte Ausgangssperre, die nur für Lebensmitteleinkäufe und medizinische Notfälle gebrochen werden darf. (…) Wir Journalisten dürfen uns für Recherchen weiter bewegen, gelten als „essentielle Dienstleistung", was für die Pressefreiheit in Südafrika spricht. Das bedeutet, dass ich bei Recherchen zahlreiche Dokumente und Genehmigungen dabeihabe, die ich an Checkpoints auch schon öfters vorzeigen musste. (…)“

Koray Saglam, Stipendium aus dem Programm Trajectories of Change:
„Seit der Corona-Krise und dem damit verbundenem Home-Office arbeite ich überraschenderweise disziplinierter als bisher. Anfangs war ich skeptisch, da ich in der Regel zu Hause nicht allzu produktiv bin - es gibt ja auch viele Ablenkungen. (…) Ein Tipp meinerseits: um den mangelnden Ortswechsel zwischen Arbeitsplatz und Wohnraum zu kompensieren, ist eine räumliche Einteilung für festgelegte Tätigkeiten in den eigenen vier Wänden hilfreich. Auch kann der bewusste Wechsel von Arbeits- in Freizeitkleidung bei einer klaren Abgrenzung von Arbeit und Freizeit helfen.“

Esther Kaufmann, Alumna aus der Schreibwerkstatt am Hamburger Schauspielhaus:
„(…) Ich habe für die VHS einen Schreibkurs, der sowieso hauptsächlich online ist und da wurden dann kurzerhand die zwei Start- und End-Präsenztermine ins Digitale verlegt. Außerdem gebe ich einen Kurs zu Dialogschreiben an der Uni bei den Medien- und Kommunikationswissenschaften und der muss jetzt kurzfristig - wie die gesamte Lehre - ins Digitale verlegt werden. Immerhin kann er stattfinden und der Lehrauftrag wird damit bezahlt, aber es wird sicher viel und hektische Arbeit, die Inhalte digital zu präsentieren statt als Präsenzseminar. (…) Nebenbei habe ich Aufträge wie Roman-Lektorat, eine Drehbuch-Roman-Adaption, eine Animationsserien-Konzeption oder die Mitarbeit an einem Computerspiel für Mädchen, die ganz normal weiterlaufen und quasi gar nicht beeinflusst sind.“

Nicola Verstl, Alumna aus dem Gerd Bucerius Gesprächskreis:
„Herzliche Grüße aus meinem Büro in der Hamburger Kunsthalle. Wie ja alle wissen, ist die Institution an sich bis zum 30.4.20 erst einmal geschlossen. Nicht so die Büros hinter den dicken Wänden. Sie sind alle im Schichtbetrieb besetzt, so auch das der Stiftung Hamburger Kunstsammlungen. Trotzdem etwas gespenstisch: keine Besucher, kein Café, kein Restaurant...und auch keine Kunst zu sehen. Denn wer jetzt denkt „super, dann kannst du ja alleine durch die Kunstschätze wandern“ irrt: alles abgeschlossen. Und dunkel. (…)“

Sigrid Harendza, Alumna aus dem Gerd Bucerius Gesprächskreis:
„Mein Arbeitsalltag hat sich tatsächlich kaum verändert, außer, dass ich jetzt noch mehr telefoniere, tagsüber, und abends das Klopapier immer ausverkauft ist, wenn ich in den Supermarkt gehen kann. Die größte Veränderung ist tatsächlich meine Arbeitskleidung (als Internistin), denn die war bisher den chirurgischen Kollegen vorbehalten… Die hätten vermutlich auch den „verletzten“ Komainu (von Uwe Greiß, 1994) behandeln können…  Mein Tipp: bitte haltet Abstand und bleibt dabei kreativ!“

Bartosz Makowicz, Alumnus aus dem Asian Forum on Global Governance:
„Wie viele andere Einrichtungen, haben auch die Unis den Präsenzbetrieb eingestellt. Seit Semesteranfang läuft daher der Online-Betrieb. Am Viadrina Compliance Center haben wir bereits früher umgestellt, auf dem Foto ist das globale Webinar zu sehen (aber auch mein zuverlässiger Assistent – ein Australian Shepherd Rüde namens Talbot), an dem rund 80 Teilnehmer aus aller Welt teilgenommen haben. (…)“


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