Die Zukunft der Globalisierung: Global Governance nach der Corona-Pandemie

Die Globalisierung wird derzeit auf den Kopf gestellt. Vieles, was früher als selbstverständlich galt, gilt plötzlich nicht mehr: Internationale Abkommen werden außer Kraft gesetzt, die innereuropäischen Grenzen sind von heute auf morgen geschlossen worden und Organisationen wie die WHO stecken in einer Imagekrise. Was bedeutet das zukünftig für die internationale Politik und globale Fragen? Wie kann Global Governance, also die kooperative, multilaterale Gestaltung der Globalisierung, nach der Corona-Krise aussehen? Im Bereich Politik und Gesellschaft arbeitet die ZEIT-Stiftung seit über zwanzig Jahren zu internationaler Politik und globalen Fragen. Wir haben Experten aus unserem Global Governance-Netzwerk gefragt, welche globalen Trends sie durch die Corona-Pandemie in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft erwarten oder für wahrscheinlich halten.

Diese Woche hebt Thomas de Maiziere, ehemaliger Bundesinnenminister und Mitglied des Kuratoriums der ZEIT-Stiftung, hervor, wie sehr wir die Globalisierung bei den großen Themen der Menschheit brauchen: „Die Globalisierung ist Teil der Lösung. Wir werden die Impfstoffe, die wir brauchen nicht bekommen, wenn sich nicht die besten Forscher der Welt zusammentun.“  

Karen Donfried, Präsidentin des German Marschall Funds, spricht über die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die bevorstehenden Wahlen in den USA: „Wenn Donald Trump wiedergewählt wird, weil die Amerikaner ihn als guten Krisenmanager in dieser Zeit wahrgenommen haben, dann wird es in der zweiten Amtsperiode eine Verstärkung der „America First“ Politik geben.“

Der Kuratoriumsvorsitzende der ZEIT-Stiftung Prof. Dr. Burkhard Schwenker spricht über Resilienz, also die Fähigkeit Krisen zu bewältigen und sie als Anlass für Entwicklungen zu nutzen: „Resilienz ist wichtiger als Effizienz. Corona hat uns gezeigt, dass ein überzogenes Denken in Effizienz eben nicht dazu geführt hat, dass unsere Unternehmen widerstandsfähig sind.“

Eberhard Sandschneider, Professor für die Politik Chinas und Internationale Beziehungen an der Freien Universität Berlin und seit 2014 Dean der Bucerius Summer School on Global Governance der ZEIT-Stiftung, sieht schwere Zeiten für die Globalisierung auf uns zukommen. In seinem Videobeitrag sagt er: „Das Auseinanderziehen von Verflechtungsstrukturen zwischen den großen Ökonomien der Welt, zwischen den USA und China, wird beschleunigt weitergehen.“

Sascha Suhrke, Bereichsleiter Politik und Gesellschaft, führt in einem kurzen Video in die Thematik ein. Über die kommenden Wochen werden Gremienmitglieder der ZEIT-Stiftung sowie Referentinnen und Referenten unserer Global Governance Programme hier Analysen geben, Position beziehen und zur Diskussion anregen.