Ich bin nun nur im Homeoffice und mein Mann kann zum Glück als Wohnungsverwalter auch hauptsächlich Homeoffice machen. Wir machen uns viele Sorgen um unsere Familien und versorgen 4 Haushalte, meine Großmutter ist 104 und unsere Eltern um die 80 mit Vorerkrankungen. Das Einkaufen und zu Fuß durch Hamburg schleppen ist schon sehr anstrengend und nimmt viel Zeit in Anspruch. Ausgleich finden wir darin, fast täglich digitale Spieleabende oder Tanzpartys zu machen.

Dabei ist beruflich bei mir aktuell die Hölle los, denn ich muss irre viel umorganisieren. Die meisten Aktivitäten ließen sich irgendwie digital realisieren (zum Glück bin ich ja breit aufgestellt), so dass zum Glück nur sehr wenig wirklich ausfällt, auch wenn das, was stattfinden kann, sehr viel mehr Arbeit ist.

Ich habe für die VHS einen Schreibkurs, der sowieso hauptsächlich online ist und da wurden dann kurzerhand die zwei Start- und End-Präsenztermine ins Digitale verlegt. Hier gibt es Berichte dazu:

https://taz.de/!5674979/

https://www.vhs-hamburg.de/interview-mit-esther-kaufmann-959?fbclid=IwAR1PPc85UTDjYXhiaGje8JdIevR3qWijzJ-XE5-6cEwtwTHoSn9CuE-OcD0

Außerdem gebe ich einen Kurs zu Dialogschreiben an der Uni bei den Medien- und Kommunikationswissenschaften und der muss jetzt kurzfristig - wie die gesamte Lehre - ins Digitale verlegt werden. Immerhin kann er stattfinden und der Lehrauftrag wird damit bezahlt, aber es wird sicher viel und hektische Arbeit, die Inhalte digital zu präsentieren statt als Präsenzseminar.

Unsere Tag der Poesie Lesung vom Schriftstellerverband war in Absprache mit der Kulturbehörde digital möglich, der nächste Jour-Fix, den ich mit moderiere, wird auch online auf Twitch stattfinden und ein Seminar beim Mo und Friese Kurzfilmfestival wird auf den Herbst verlegt. Unser Kindertheaterprojekt WIlhelmsburger Wintermärchen, das gerade finanziert ist, findet zum Glück erst ab Oktober statt, so dass wir optimistisch sind.

Nebenbei habe ich Aufträge wie Roman-Lektorat, eine Drehbuch-Roman-Adaption, eine Animationsserien-Konzeption oder die Mitarbeit an einem Computerspiel für Mädchen, die ganz normal weiterlaufen und quasi gar nicht beeinflusst sind.


Esther Kaufmann ist Autorin und Dramaturgin und Alumna aus der von der ZEIT-Stiftung geförderten Schreibwerkstatt "Nachwuchs.Texte" am Hamburger Schauspielhaus (2006,2007).