Lebensgrenzen: Entlang des Eisernen Vorhangs

Vortrag und Diskussion von und mit Lena Gorelik.

Da, wo der so genannte Eiserne Vorhang verlief, wurden früher Leben, Systeme und Schicksale voneinander getrennt, man sagte gar, die Welt wurde geteilt. Was ist aus dieser Trennlinie geworden? Teilen die Grenzen jetzt Territorien und Länder oder nach wie vor Lebenswirklichkeiten voneinander? Wo sind die Grenzen fließend, wo spalten sie? Wie wird Erinnerung an diesen symbolträchtigen Orten gehalten, gelebt, verdrängt? Und was lässt sich, fährt man an ihnen entlang, über die Globalisierung ablesen? Eine Reise entlang des Eisernen Vorhangs, die viel über alte Fremd- und Feindbilder erzählt, neu entstandene Lebenswelten und darüber, was politische Verträge nicht bestimmten können. 

Moderation der Diskussion: Dr. Per Brodersen
Geschäftsführer Arbeitsgruppe Agrarwirtschaft, Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft und Alumnus der ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius aus dem Doktorandenprogramm "Deutschland und seine Östlichen Nachbarn" 2004-05.



Lena Gorelik ist Schriftstellerin und Journalistin. In Sankt Petersburg geboren, kam sie 1992 zusammen mit ihrer russisch-jüdischen Familie nach Deutschland. Nach ihrer Ausbildung an der Deutschen Journalistenschule in München absolvierte sie den Studiengang „Osteuropastudien“ an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Sie veröffentlichte zahlreiche Romane, zuletzt im Jahr 2017 „Mehr Schwarz als Lila“ und erhielt für ihr literarisches Werk mehrfache Auszeichnungen, darunter den Bayerischen Kunstförderpreis. Sie schreibt u.a. für die „Süddeutsche Zeitung“ und kommentiert im Hörfunk.
Lena Gorelik erhielt von 2007 bis 2008 ein Stipendium der ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius im Rahmen des Doktorandenprogramms "Deutschland und seine östlichen Nachbarn".