Ida Ehre

Ida Ehre


„Wiener Charme und hanseatische Gediegenheit“ - die „verehrte Prinzipalin“ Ida Ehre

Als Gründerin und langjährige Leiterin der Hamburger Kammerspiele hat Ida Ehre (1900- 1989) Theatergeschichte geschrieben: "Ihr Theater erschien den Menschen in Hamburg nach Jahren der Zensur, der Bomben und des Hungers wie ein Paradies" - mit diesen Worten beschrieb Hamburgs Bürgermeister Henning Voscherau die 1945 gegründeten Hamburger Kammerspiele: Hier wurde 1947 Wolfgang Borcherts Draußen vor der Tür uraufgeführt, gelangten Thornton Wilders Wir sind noch einmal davongekommen und Franz Werfels Die Troerinnen des Euripides auf die Bühne. Ida Ehre faszinierte und bewegte das Publikum durch ihre starke schauspielerische Leistung - sowie das Zeitgefühl der deutschen Nachkriegsjahre auf der Bühne auszudrücken.

Die in Wien geborene Ida Ehre, die als Jüdin während des Nationalsozialismus im Gefängnis in Fuhlsbüttel inhaftiert war, legte ihre ganze Energie in die Theaterarbeit und machte die Kammerspiele zu einer einmaligen Institution, schuf in Hamburg "Welttheater auf kleinster Bühne", so Anna Brenken über die Charakterdarstellerin, Intendantin und kämpferische Bürgerin Ehre.

Anna Brenken, Hamburger Köpfe Ida Ehre,
Herausgegeben von der ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius, 104 Seiten, 33 Abbildungen, Ellert & Richter Verlag, Hamburg 2002, € 14,90, ISBN 3-8319-0095-7.