Warum eine Frisur politisch sein kann: Solange Knowles Song „Don’t touch my hair“

„Don´t touch my hair –  Fass mein Haar nicht an“. Das scheint ein rätselhafter Satz zu sein, den die afroamerikanische Sängerin Solange Knowles 2016 auf ihrem Album „A seat at the table“ im gleichnamigen Song singt.

Sie zieht eine Grenze, verbittet sich eine Berührung. Aber worum geht es dabei? Der Song spielt auf eine Frage an, die afroamerikanische (und afroeuropäische) Frauen immer wieder hören: „Darf ich Ihre Haare mal anfassen?“ Schaut man genauer auf den Songtext und auf die Gründe für diese Grenzziehung, dann stößt man auf eine lange Geschichte von Unterdrückung und Stolz. Die Ansichten über das so genannte krause oder angeblich widerspenstige Haar von afroamerikanischen Menschen ist seit Jahrhunderten ein festes Element von Rassismus in den USA, aber auch in Europa.

In der siebten Folge der ZEITGEISTER spricht Ralf Schlüter mit Dr. Emilia Roig, Gründerin und Direktorin des Center for Intersectional Justice und Autorin des Buchs „WHY WE MATTER. Das Ende der Unterdrückung“, darüber wie hochpolitisch etwas so Selbstverständliches wie eine Frisur sein kann. Er erzählt die Geschichte von Diskriminierung und Emanzipation quasi aus dem Friseursalon heraus.

Jedes Stück Musik ist ein Produkt seiner Zeit; es erzählt von der Gegenwart, aber es verarbeitet auch frühere kulturelle Formen. Im Podcast ZEITGEISTER folgt der Kulturjournalist Ralf Schlüter den Spuren, die in berühmten Songs und Musikstücken angelegt sind. Es geht um geheime Botschaften und politische Statements, kulturelle Archetypen und Utopien. Alle weiteren Folgen hier.