Literatur zur Lage – jetzt digital

Kulturredakteur Jan Ehlert spricht in der ersten digitalen Ausgabe von „Literatur zur Lage“ mit dem Autor Jakob Hein über dessen Buch „Wurst und Wahn“ und wirft einen Blick in die Weltliteratur zur Frage „Was sagt uns Literatur über die kulturelle Bedeutung des Essens? Peter Bieringer, ausgebildeter Sprecher, liest dazu Texte von Homer, Robert Burns, Erich Mühsam und Else Lasker-Schüler.

Diverse Loblieder und ausschweifende literarische Beschreibungen von Festmahlen aus früheren Jahrhunderten zeigen, dass Fleisch Reichtum bedeutete und der Verzehr zelebriert wurde. Der heutige Blick der westlichen, überernährten Gesellschaft ist ein anderer. Schon Kurt Tucholsky urteilte 1928 in seinem Text „Das Elend mit der Speisekarte“ über das deutsche Essen: es gäbe viel zu viel Fleisch und die Portionen seien zu groß. „Und wenn man Gulasch sagt, (…) dann kommt eine Badewanne voll.“ Die Ehrfurcht vor dem Fleischgenuss ist verloren gegangen – das zeigen Billigpreise und Massentierhaltung. Doch muss Fleischverzicht auch Genussverzicht bedeuten? Die Frage wie und was man essen soll, hat Schriftsteller und Schriftstellerinnen zu allen Zeiten beschäftigt. Was es andersrum bedeuten kann, wenn man sich als letzter Fleischesser in einer Diktatur des Vegetarismus wiederfindet, lässt der Schriftsteller Jakob Hein seinen Protagonisten in „Wurst und Wahn“ auf humorvolle Weise erleben.

Zur 1. digitalen Ausgabe „Von Genussgeschichten und Diät-Gedichten. Erzähler:innen als Ernährungsberater“ der Veranstaltungsreihe „Literatur zur Lage“ kommen Sie hier