Ab sofort in der Mediathek: „Literatur zur Lage“ – digital

Mit Fiktion gegen Fake News: Über die Verwendung der Wahrheit in der Weltliteratur spricht Kulturredakteur Jan Ehlert mit dem Autor Ilija Trojanow, dessen neuer Roman „Doppelte Spur“ gerade erschienen ist, in der dritten Ausgabe der Reihe „Literatur zur Lage“, die pandemiebedingt nicht im Bucerius Kunst Forum stattfindet, sondern als Audio-Format in der Mediathek der ZEIT-Stiftung abrufbar ist.

Das erste Wort hat das Gerücht: „Von Frieden red‘ ich, während unterm Lächeln / Der Ruh‘ versteckter Groll die Welt verwundet“, erzählt es im Prolog von William Shakespeares „Heinrich IV“, um dann fälschlicherweise den Tod des Königs zu verkünden. Solch „falscher Zeitung“, wie es bei Shakespeare heißt, hat sich die Literatur schon immer als dramatisches Prinzip bedient. George Orwell gab in seiner Dystopie „1984“ diesen alternativen Fakten den passenden Begriff „Neusprech“. Und Nobelpreisträger Mario Vargas Llosa erinnert in seinem neuen Buch „Harte Jahre“ an die Auswirkungen von Falschmeldungen in Guatemala. Welche Bedeutung Fake News heute einnehmen kann, zeigt der Schriftsteller Ilija Trojanow in seinem neuen Roman „Doppelte Spur“. Welche Rolle spielt die Wahrheit in fiktionalen Texten? Und wie können uns literarische Werke sensibler machen für die Gefahren der Fake News? Die Texte liest Schauspieler Jens Wawrczeck.