Ländliche Räume gemeinsam neu gedacht

Bei der Ideenwerkstatt im nordhessischen Homberg diskutierten 14 Fellows über zukunftsfähige Regionen. Hier stellen sie sich vor.

Die Entwicklung von Städten und ländlichen Räumen gehört zu den großen politischen, wirtschaftlichen und sozialen Herausforderungen unserer Zeit: Lebensbedingungen und Chancen hängen stark vom eigenen Wohnort ab. Einige Regionen drohen den Anschluss zu verlieren, werden oft als „abgehängt“ bezeichnet. Um den Austausch zwischen Wissenschaft und Akteur:innen der Stadt- und Regionalentwicklung zu stärken, hat die ZEIT-Stiftung das Format „Ideenwerkstatt“ entwickelt.

Die erste Ideenwerkstatt fand am 2. und 3. September 2021 statt – im nordhessischen Homberg (Efze) in der Nähe von Kassel. In Kooperation mit der Stadt Homberg, dem Projekt Summer of Pioneers und dem regionalen Unternehmernetzwerk HOMEberger standen vielfältige Workshops auf dem Programm. Teilgenommen haben 14 Fellows, die aus ganz Deutschland anreisten oder digital zugeschaltet waren. Hier stellen sie sich vor und verraten, warum sie dabei waren.

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KURZBIOGRAFIE
Ich bin im Februar 1994 in Bayern geboren. Aufgewachsen bin ich auf verschiedenen Demeter-Höfen im Sauerland und im Osnabrücker Land. Das Leben als Bauerntochter hat mich eng mit der Natur verbunden und gelehrt, kritisch auf die Entstehung unserer Umgebung zu blicken. 2007 haben meine Eltern ein Haus aus Stroh und Lehm gebaut. Das öffnete mir die Augen dafür, dass nachhaltige und ökologische Ansprüche nicht nur an Lebensmittel gestellt werden sollten.

In meiner Schulzeit habe ich auf verschiedenen Waldorfschulen den Zugang zu handwerklichen Tätigkeiten bekommen und meine Leidenschaft im Schneidern gefunden. Mein erster konkreter Berufswunsch war Modedesign. Nach insgesamt 3 Monaten Praktika im Krankenhaus, einem Au-Pair-Aufenthalt und weiteren sozialen Praktika im Ausland habe ich mich um einen Medizinstudienplatz bemüht. Das wurde jedoch nichts, daher habe ich mich spontan für die Architektur entschieden. Was sich für mich bis heute gut anfühlt. Meinen Bachelor habe ich in Braunschweig gemacht. Nach einem Jahr Arbeit in Architekturbüros in Minsk und Osnabrück habe ich vergangenes Jahr meinen Master in Hannover begonnen.

WAS ICH MACHE & WAS MICH AN STADT.LAND.ZUKUNFT INTERESSIERT

  • nachhaltige Stadtentwicklung am Beispiel Diemelstadt-Rhoden unter Betrachtung der Ziele des Green Deals („New European Bauhaus”)
  • Nachhaltige Baustoffe
  • Nutzung lokaler Ressourcen
  • Schaffung von Mikroklimata
  • Neue Ideen zu Struktur und Oberfläche einer Stadt

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KURZBIOGRAFIE
Ich bin Gründer und Geschäftsführer der Neulandia UG (u.a. KoDorf, Summer of Pioneers) und Berater für Transformationsprozesse in Kommunen. Ehrenamtlich engagiere ich mich als Vorstand der Vielleben Genossenschaft, als Mitglied im Fachbeirat „Digitale Region menschlich gestalten“ der Regionale 2025 und als Mitinitiator des Projekts „Digitale Landpioniere“ der Bertelsmann Stiftung. Vor meiner Beschäftigung mit dem „Neuen Leben und Arbeiten auf dem Land“ habe ich zehn Jahre als Technologie-Journalist gearbeitet und drei Medien-Startups mitgegründet. Das Studium der Medienwissenschaft und Volkswirtschaft führte mich nach Hannover, Aarhus, Amsterdam, London und Washington.

WAS ICH MACHE & WAS MICH AN STADT.LAND.ZUKUNFT INTERESSIERT

  • KoDorf: genossenschaftliche Siedlungsgemeinschaften bestehend aus 30 bis 50 kleinen Häusern und großzügigen Gemeinschaftsgebäuden
  • Summer of Pioneers: Probewohnen und Coworking auf dem Land
  • gemeinwohlorientierte Regionalentwicklung

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KURZBIOGRAFIE
Aufgewachsen in einer suburbanen Gemeinde bei Mainz durfte ich als Mitglied des Ortsgemeinderates und Mitgründerin eines Seniorencafés früh einen Einblick in die Herausforderungen und Chancen von Kommunalpolitik und freiwilligem Engagement gewinnen. Das Studium der Geographie eröffnete mir eine systemische und relationale Perspektive auf sozialräumliche und gesellschaftliche Entwicklungen, die ich ab 2011 mit dem Schwerpunkt Ländliche Lebensverhältnisse und räumliche Semantiken zunächst als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Thünen-Institut für ländliche Räume in Braunschweig und anschließend am Lehrstuhl Kulturgeographie der Universität Bamberg in verschiedene Forschungsprojekte einbringen durfte. In diesen Zeiten habe ich – von Mecklenburg-Vorpommern bis Bayern – mit verschiedensten Menschen in ländlichen Kommunen sprechen und zusammenarbeiten dürfen. 2018 wechselte ich in die hessische Landesverwaltung und habe seitdem u.a. an der Erarbeitung eines Aktionsplans für die ländlichen Räume mitgewirkt.

WAS ICH MACHE & WAS MICH AN STADT.LAND.ZUKUNFT INTERESSIERT

  • Austausch mit Akteur:innen außerhalb des eigenen beruflichen Settings
  • Konkrete Lebensrealitäten und Tätigkeiten vor Ort kennenlernen
  • Abgleich für weitere berufliche Handlungsansätze
  • Gemeinsam persistente Mindsets und Narrative des Städtischen und Ländlichen hinterfragen sowie evtl. Ansätze entwickeln, diese zu durchbrechen
  • Handlungsmotivationen verschiedener Akteursgruppen hinterfragen und Ideen entwickeln, wie mehr Austausch und Resonanz untereinander geschaffen werden kann

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KURZBIOGRAFIE
Mein Name ist Stefan Huber, ich bin 25 Jahre alt und promoviere im Bereich Bayerische Landesgeschichte. Ich wuchs in einem Dorf ca. 1h südlich von München auf. Nach meinem Abitur begann ich ein Geschichtsstudium an der LMU München. Das erste Jahr meines Studiums pendelte ich noch von meinem Heimatort in die Stadt, seitdem wohne ich in München. In meinem Geschichtsstudium (Nebenfächer: Geographie und Digital Humanities) interessierten mich vor allem Veranstaltungen in der Herrschafts-, Wirtschafts- und Sozialgeschichte des Mittelalters und der Frühen Neuzeit. Seit Herbst 2020 arbeite ich an meiner Dissertation an der LMU. Neben Geschichte interessiere ich mich u.a. für Generationengerechtigkeit und Sozialpolitik. In meiner Freizeit betreibe ich begeistert Rad- und Bergsport.

WAS ICH MACHE & WAS MICH AN STADT.LAND.ZUKUNFT INTERESSIERT

  • Arbeitstitel meiner Promotion: Herrschaft und Ressourcen zwischen der Grenze und der Residenz. Das Landgericht Tölz vom Mittelalter bis in das frühe 19. Jahrhundert. Studien zum Historischen Atlas von Bayern
  • Erforschung der Stadt-Hinterland-Beziehungen anhand des ländlichen Raumes Bad Tölz und der Residenzstadt München, vor allem in Bezug auf das Management natürlicher Ressourcen (Holz, Kohle, Lebensmittel)
  • Wie gestalteten sich die Verflechtungen zwischen der Stadt und ihrem Hinterland im Bezug auf Herrschaft und Wirtschaft? Wie veränderte der Rohstoffbedarf der Stadt die „Umwelt“ der Menschen auf dem Land?
  • Persönliches Interesse an zukünftigen Gestaltungsmöglichkeiten für Mittel- und Unterzentren und den ländlichen Raum

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KURZBIOGRAFIE
Als Stadtplanerin und Mediatorin bin ich mit dem Schwerpunkt auf Konzeptentwicklung im Dialog tätig.  Von Phase 0 bis zur Machbarkeitsstudie arbeite ich meist in interdisziplinären Arbeitsgemeinschaften. Mein Fokus liegt auf Beteiligungsverfahren und Fachveranstaltungen zu Themen der Stadt-/Ortsentwicklung und Baukultur sowie konkreten Planungsvorhaben, Leerstandsmanagement und Quartiersarbeit. Bei der Konzepterarbeitung und -dokumentation sowie der Projektbegleitung lege ich einen hohen Wert auf Transparenz und Nachvollziehbarkeit für alle involvierten Akteur:innen. Mit Projekt- und Lehrtätigkeiten in Deutschland, Österreich und Dänemark greife ich dazu auf Erfahrungen in unterschiedlichen Beteiligungskulturen zurück. Dass ich sowohl in ländlichen Gemeinden als auch in Städten tätig sein kann, finde ich bereichernd.

WAS ICH MACHE & WAS MICH AN STADT.LAND.ZUKUNFT INTERESSIERT

  • Ich arbeite immer mit der Überzeugung, dass Stadt und Land nicht in Konkurrenz zueinander, sondern – im Idealfall – in einer guten Wechselbeziehung stehen. Die Abhängigkeiten sind ohnehin nicht wegzureden.
  • Im eigenen Projektumfeld sowie auch an der Hochschule nehme ich steigendes Interesse an den Fragestellungen der Ideenwerkstatt „Stadt.Land.Zukunft“ wahr und freue mich auf die Tage in Homberg.

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KURZBIOGRAFIE
Ich wurde 1989 in Rasdorf (1.500 Einwohner) in Osthessen geboren. Meine Eltern hatten dort eine kleine Bäckerei. Nach dem Abitur in Hünfeld habe ich von 2009 bis 2015 Geschichte und Fachjournalistik Geschichte in Gießen studiert. Nach dem Master-Studium wechselte ich für die Promotion nach Würzburg. Meine Dissertation (2019) behandelt die Geschichte des Wirtschaftsressorts der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Während dieser Jahre bin ich meinem Heimatort immer verbunden geblieben. Ich habe mich in der Kommunalpolitik und verschiedenen Vereinen engagiert. 2020 wurde Rasdorf in das Dorfentwicklungsprogramm des Landes Hessen aufgenommen. In diesem Rahmen entstand die Idee für ein digitales Dorfmuseum und die Gründung der Geschichtsmanufaktur Kutzner & Lotz. Gemeinsam mit meinem Kolleg:innen habe ich das Unternehmen Anfang 2021 gegründet. Wir entwickeln digitale Museumskonzepte für kleinere Kommunen und mittelständische Unternehmen. Außerdem beraten wir in Sachen History Marketing und fertigen fachhistorische Gutachten an.

WAS ICH MACHE & WAS MICH AN STADT.LAND.ZUKUNFT INTERESSIERT

  • Digitalisierung kleiner und mittelgroßer Museen (Dorfmuseum, Heimatmuseum)
  • Entwicklung neuer Museumsformate und touristischer Konzepte mit historischem Bezug für Kommunen
  • History Marketing
  • Fachhistorische Gutachten: Erforschung von Firmen- und Ortsgeschichten, insbesondere mit Bezug zur NS-Zeit
  • Vernetzung mit Initiativen und Wissenschaftler:innen auf dem Themengebiet ländlicher Raum, Möglichkeiten zur zukünftigen Zusammenarbeit ausloten
  • Impulse für die Weiterentwicklung kleinerer Kommunen aus der Wissenschaft aufnehmen und in die Arbeit vor Ort implementieren
  • Interesse wecken für die Arbeit der Geschichtsmanufaktur Kutzner & Lotz und die Bedeutung der Geschichte kleiner Orte

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KURZBIOGRAFIE
Mein Name ist Miriam Alexandra Markowski. Ich bin auf dem Land in der Nähe von Hamburg aufgewachsen und habe nach dem Abitur zunächst eine Ausbildung zur Kauffrau in der Grundstücks- und Wohnungswirtschaft gemacht. In dem Beruf bin ich bis heute tätig, zuerst viele Jahre für ein kommunales Wohnungsunternehmen in Hamburg und nun für die BürgerStiftung Hamburg. Diese praktische Tätigkeit, in der ich u.a. auch ein Kreativquartier konzipiert und realisiert habe, habe ich mit Weiterbildungen theoretisch untermauert. An der Universität Hamburg habe ich Kultur- und Bildungsmanagement studiert. Thema des Abschlusses war das interkulturelle Zusammenleben in Mehrfamilienhäusern. Darauf folgte das Masterstudium Gemeinwesenentwicklung/Quartiersmanagement/Lokale Ökonomie an der Hochschule für angewandte Wissenschaften München. Thema der Masterthesis waren die Handlungsmotive von Dorfladenbetreiber:innen. Diese Forschung führe ich aktuell in einer Promotion an der Universität Hamburg fort.

WAS ICH MACHE & WAS MICH AN STADT.LAND.ZUKUNFT INTERESSIERT

  • Promotion zur Bedeutung des Sozialkapitals für die Sicherung der Nahversorgung im ländlichen Raum.
  • Kooperationsmöglichkeiten von Stadt und Land, Gemeinschaftsbildung, Wohnen, Konversion von Flächen, Kreativimmobilien, Nahversorgung, Quartiersentwicklung, Solidarökonomie, öko-soziale Transformation.
  • Wie kann man dem Braindrain begegnen?
  • Wie kann dem – insbesondere im ländlichen Raum – drängenden Problem fehlender Nahversorgung in Form von Einkaufsmöglichkeiten und medizinischer Versorgung begegnet werden? Sind die Themen Nachbarschaft, Mobilität und Digitalisierung hier ein Schlüssel?

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KURZBIOGRAFIE
Ich komme aus der Ukraine und bin in dem kleinen Dorf Sopatschiv aufgewachsen, das meine Werte und meine Berufswahl geprägt hat. Im Juni 2014 schloss ich mein Studium an der Nationalen Universität für Lebens- und Umweltwissenschaften in Kyjiw mit einem Bachelor-Abschluss in Marketing ab. Darauf folgten ein Masterstudium in internationalem Agrarmanagement und ein Masterstudium in Regionalmanagement an der Hochschule Weihenstephan in Triesdorf. Parallel dazu arbeitete ich als Projektmitarbeiterin bei den Landwirtschaftlichen Lehranstalten Triesdorf. Das Weitern unterstützte ich vor Ort als Lehrbeauftragte im Herbst 2018 die Universität in Kyjiw bei der Einführung des Masterstudiengangs Regionalökonomie.

Nach einem langen Lebensabschnitt in einer kleinen Gemeinde im ländlichen Franken, hat mich die Hauptstadt mit einem verlockenden Arbeitsangebot zu sich gerufen. Seit April 2020 bin ich beim Deutsch-russischer Austausch e. V. in Berlin tätig und koordiniere das Projekt „Nachhaltige Perspektiven auf dem Land“. Der Austausch von Erfahrungen und Visionen mit den verschiedenen Akteur:innen der nachhaltigen ländlichen Entwicklung ist der Schwerpunkt meiner Tätigkeit.

WAS ICH MACHE & WAS MICH AN STADT.LAND.ZUKUNFT INTERESSIERT

  • aktuelle Trends und Beispiele der ländlichen Entwicklung mit interessanten Akteur:innen zu diskutieren
  • neue Erkenntnisse zu gewinnen und sich gemeinsam mit wichtigen internationalen Trends und Entwicklungsmöglichkeiten zu befassen
  • sich von Homberg inspirieren lassen
  • Netzwerk

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KURZBIOGRAFIE
Als Sozialwissenschaftler beschäftige ich mich im Zuge eines Promotionsstudiums mit der nachhaltigen Transformation von Mobilitätskulturen abseits der Metropolen. Das Vorhaben wird an der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster betreut und ermöglicht durch eine Beschäftigung als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung in Bonn, wo ich die Ressortforschung des Bundes fachlich unterstütze.

Meine Bachelor- und Masterausbildung in den Politikwissenschaften, der Soziologie und der Kunstgeschichte an der Universität Münster sowie der Goethe-Universität in Frankfurt, als auch die Tätigkeiten als wissenschaftliche Hilfskraft an unterschiedlichen universitären und außeruniversitären Forschungseinrichtungen mit den Schwerpunkten nachhaltige Entwicklung und internationale Beziehungen, prägen meine derzeitigen Tätigkeiten.

WAS ICH MACHE & WAS MICH AN STADT.LAND.ZUKUNFT INTERESSIERT

  • Erkenntnisse über Praktiken und Materialisierungen im Hinblick auf bzw. Kritik von „urbane(n) und nicht-urbane(n) Mindsets“
  • Potentiale und Grenzen des „Zumutbaren“ für die Erreichung von Klima- und Umweltzielen und damit zusammenhängende Fragen der Gerechtigkeit in weniger bzw. nicht-urbanen Räumen
  • Identifizierung von produktiven „Touchpoints“ zwischen urbanen und nicht-urbanen Räumen für eine synergetische, gesamtgesellschaftliche, nachhaltige Entwicklung

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KURZBIOGRAFIE
Hallo, ich bin Anna und habe 2012 meinen Bachelor in Urbanistik an der Bauhaus-Universität in Weimar begonnen. Nach einem einjährigen Auslandsaufenthalt zum Studium und Praktikum in Lissabon habe ich 2017 den Bachelor in Weimar abgeschlossen und bin für den Master in Umweltplanung und Ingenieurökologie an die TU München gewechselt. Dort konnte ich den wissenschaftlichen Zugang zur Stadtplanung, den ich aus meinem Urbanistikstudium mitgenommen habe, mit den naturwissenschaftlichen Grundlagen der Umweltplanung verknüpfen und neue Blickwinkel auf eine integrierte Planung von Stadt und Umwelt gewinnen.

Bevor ich mein Masterstudium im Sommer 2020 beendete, führte mich mein Weg für ein halbes Jahr nach Kopenhagen, wo ich im Erasmusprogramm studierte. Während meiner Studienzeit arbeitete ich unter anderem bei der Internationale Bauausstellung
(IBA) Thüringen und beim Planungsbüro Studio|Stadt|Region in München. Seit Dezember 2020 unterstütze ich die Fachgruppe Stadt der TH Lübeck als wissenschaftliche Mitarbeiterin bei der Koordination des Bachelorstudiengangs in Stadtplanung, der
Lehre im Masterstudiengang Stadtplanung und als wissenschaftliche Begleitung in einem Verbundprojekt des BBSR-Forschungsprojekts der Kleinstadtakademie.

WAS ICH MACHE & WAS MICH AN STADT.LAND.ZUKUNFT INTERESSIERT

  • Koordination des neuen Bachelorstudiengangs in Stadtplanung an der TH Lübeck, der den Typus der Klein- und Mittelstadt in den Fokus nimmt: Welche Kompetenzen benötigen zukünftige Planer:innen in Klein- und Mittelstädten? Wie kann dem Fachkräftemangel dort entgegengewirkt werden?
  • Wissenschaftliche Begleitung in einem Verbundprojekt des BBSR-Forschungsprojekts der Kleinstadtakademie, das mögliche kleinstädtische Transformationspfade im Themenfeld Digitale Arbeitswelten in fünf Kommunen erforschen wird: Wie können Kleinstädte neue Arbeitswelten für sich nutzen, um kleinstadtspezifischen Herausforderungen zu begegnen?
  • Umzug von München nach Schleswig-Holstein aufs Land: Wie kann man die Vorzüge des Landlebens nutzen und strukturellen Herausforderungen begegnen? Welche Strategien des Ankommens gibt es auf dem Land? Wo findet man Gleichgesinnte?

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KURZBIOGRAFIE
Als ausgebildeter Nachhaltigkeitsökonom bin ich nach Jahren in der Nachhaltigkeitsabteilung eines großen Solarwechselrichterherstellers in die kommunale Verwaltung gewechselt. Mein Antrieb für den Wechsel: Vor Ort gemeinsam mit den Menschen das eigene Lebensumfeld zu gestalten. Nach einer Zwischenstation als Klimaschutzmanager in Essen hat es mich zurück nach Nordhessen gezogen, wo ich aufgewachsen bin und studiert habe. In Witzenhausen war ich für die Lokalisierung der Sustainable Development Goals verantwortlich und habe den Nachhaltigkeitsprozess Witzenhausen2030 sowie zusammen mit dem Wuppertal Institut das Reallabor „Wirtschaftsförderung 4.0“ entwickelt und umgesetzt.

Mein beruflicher Schwerpunkt liegt damit seit Jahren in der partizipativen Stadt- und Regionalentwicklung. Durch meine aktuelle Ausbildung zum Ko-Kreator am Institut für Partizipatives Gestalten bilde ich mich in diesem Bereich weiter, um lebendige und sinnvolle Lösungen für die sozial-ökologische Transformation zu gestalten.

WAS ICH MACHE & WAS MICH AN STADT.LAND.ZUKUNFT INTERESSIERT

  • Konzept Wirtschaftsförderung 4.0 (Förderung kooperative Wirtschaftsformen und Wertschöpfung vor Ort) als Impuls für die Wirtschaftsentwicklung in ländlichen Regionen weiterentwickeln
  • Wie muss eine Wirtschaftsförderung in ländlichen Räumen aussehen, welche die örtlichen Transformationskräfte zugunsten von Klimaschutz, sparsamem Umgang mit Ressourcen, gesteigerter lokaler Wertschöpfung und sozialer Kohäsion fördert?
  • Was kann das Land von der Stadt lernen (und umgekehrt)? Wie müssen sich dabei die Wirtschaftsräume Stadt und Land verändern? Bzw. wie können sie besser verschmelzen und zusammenarbeiten?
  • Welche Rolle kann die Digitalisierung einnehmen? Welche Akteur:innen sind dafür zu adressieren?

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KURZBIOGRAFIE
Hallo, ich bin Maren. Aufgewachsen bin ich in der Nähe von Worpswede, genauer gesagt in dem Dorf Worphausen, das eine ehemalige Moorkolonie ist. Hier habe ich meine Kindheit und Jugend verbracht. Nach dem Abitur habe ich mich aus Unentschlossenheit dazu entschieden, eine Weile im Ausland zu verbringen und habe mir einen Aufenthalt als Kindermädchen in Madrid organisiert, wo ich für acht Monate blieb. Kurze Zeit nach meiner Wiederankunft in Deutschland bin ich in meine erste WG nach Worpswede gezogen und habe begonnen Geographie in Bremen zu studieren. Die Uni lag etwa zwanzig Kilometer entfernt, sodass ich entweder mit dem Fahrrad oder Bus dorthin gependelt bin. Im vierten Semester bin ich schließlich nach Bremen gezogen, wo ich noch heute lebe und mittlerweile im Master studiere.

WAS ICH MACHE & WAS MICH AN STADT.LAND.ZUKUNFT INTERESSIERT

  • Fortlaufende beiläufige Beschäftigung mit Herausforderungen des ländlichen Raums in Studium und Beruf
  • Suche nach einem Thema für meine Bachelorarbeit
  • Grober Interessenschwerpunkt: Transformationspotenziale im ländlichen Raum, evtl. anhand eines Projektes oder Netzwerks

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 KURZBIOGRAFIE
Geboren 1987 in München, verschlug es mich – nach einem Zwischenstopp in Hamburg – 2009 zum Industriedesign-Studium nach Halle an der Saale. Mein Anliegen: Dinge gestalten, zu Nachhaltigkeit und sozialer Inklusion beitragen, etwas bewirken und unsere Lebensumwelt zum Positiven verändern. Meine Erkenntnis: die Antworten auf die wirklich relevanten Fragen sind meist keine Produkte. Mein Antrieb: Wie gelingen co-creative, transdisziplinäre Gestaltungsprozesse und wie kann Design zur großen sozial-ökologischen Transformation beitragen? Eine prägende Resonanz-Erfahrung: eine Summer School auf dem Dorf, die Komplexität der Herausforderungen ländlicher Räume hat mich nicht mehr losgelassen. Folgge: Masterstudium Transformation Design, eine Schnittstelle zwischen Design Methodik und Sozialwissenschaften. Mein persönlicher Schwerpunkt: ländliche Entwicklung und Beteiligungsprozesse.

Heute: CoWorkLand – hier interessieren mich vor allem die Sekundäreffekte ländlichen Coworkens. Thünen-Institut: Mitarbeit an Projekten zur Unterstützung von zivilgesellschaftlichen Akteur:innen des Wandels, Wissenstransfer und Citizen Science. Wie können wir diejenigen stärken, die die große Transformation in ländlichen Regionen vorantreiben?

WAS ICH MACHE & WAS MICH AN STADT.LAND.ZUKUNFT INTERESSIERT

  • Austausch, Inspiration und Impulse
  • Aktuelle Tendenzen/Entwicklungen diskutieren, weiterdenken, problematisieren, Lösungen skizzieren
  • Die Frage: Wer soll es lösen? Welche Rolle spielen Wirtschaft, Ehrenamt und Kommune insbesondere bei der Bereitstellung (neuer) Infrastruktur? Wie können Kooperationen aussehen?
  • Das Thema: Chancen und Risiken der Stadtflucht, Rural-Gentrification, Parallelwelten und Kulturwandel, Exklusion/Inklusion
  • Wie sieht ein Zukunftsbild aus, welches den Urban Bias hinter sich lässt und vom Land her gedacht ist bzw. eines, welches zwischen den Bedürfnissen von Land und Stadt vermittelt?

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KURZBIOGRAFIE
Ich bin in der Kleinstadt Luckau in der Niederlausitz aufgewachsen, habe anschließend Sprachwissenschaft in Berlin und Moskau studiert und meine ersten Berufsjahre als Journalistin in der Lausitz verbracht. Darauf folgten eher europäisch geprägte Berufsjahre beim Netzwerk n-ost (Border crossing journalism) und der europäischen Presseschau eurotopics. Mein Lebensmittelpunkt blieb der ländliche Raum – etwas nördlich von meiner Geburtsstadt im Dahme-Seengebiet.

Schließlich zog es mich auch beruflich in die Region zurück – als Pressesprecherin im Rathaus der Kreisstadt Lübben im Spreewald. Heute bin ich selbstständig im Bereich Presse- und Öffentlichkeitsarbeit und Beratung mit dem Fokus auf Akteur:innen im ländlichen Raum, denen dafür häufig die Ressourcen fehlen: Vereine und kleine Kommunen. Als ideelles Projekt habe ich ein Online-Magazin für den Landkreis Dahme-Spreewald mit Förderung der Medienanstalt Berlin-Brandenburg gegründet: www.wokreisel.de. Darüber hinaus engagiere ich mich in verschiedenen Kulturvereinen sowie als Elternsprecherin.

WAS ICH MACHE & WAS MICH AN STADT.LAND.ZUKUNFT INTERESSIERT

  • Das urbane Mindset dekonstruieren und mit Befunden aus der ländlichen Wirklichkeit konfrontieren
  • Innensichten aus dem ländlichen Raum, insbesondere aus den Bereichen Kultur, Kommunalpolitik und Bürgerbeteiligung, einbringen
  • als Übersetzerin zwischen dem Städtischen und dem Ländlichen wirken
  • Impulse und Einsichten zur zunehmenden Besiedlung ländlicher Räume mitnehmen