50 Jahre ZEIT-Stiftung: Senatsempfang im Hamburger Rathaus

50 Jahre ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius – ein Grund zum Feiern, wenn auch mit besonderen Sicherheitsvorkehrungen aufgrund der Coronapandemie.

Im Jahr 1971 rief der Hamburger Politiker, Verleger und Jurist Gerd Bucerius die ZEIT-Stiftung ins Leben. 50 Jahre nach der Gründung begingen im Hamburger Rathaus Vertreter:innen des Hamburger Senats, Mitarbeiter:innen und Partner:innen der Stiftung den runden Geburtstag. „Die ZEIT-Stiftung leistet mit ihrer Arbeit seit 50 Jahren einen großen Beitrag für eine offene, vielfältige und demokratische Gesellschaft“, sagte Hamburgs Erster Bürgermeister Dr. Peter Tschentscher in seiner Festrede.

Er wünschte der Stiftung und allen, die sich für sie engagierten „weiterhin alles Gute, viele neue Ideen, viel Erfolg und auch Freude bei Ihrer wichtigen Arbeit“. Tschentscher dankte stellvertretend für all jene, die für und mit der Stiftung arbeiteten, Prof. Dr. Michael Göring für seinen langjährigen Einsatz als Mitglied sowie Vorsitzender des Vorstands der ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius. Im weiteren Verlauf des Abends kamen viele weitere Freund:innen und Parter:innen der Stiftung zu Wort.

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So sprach Prof. Dr. Doris König in ihrem brandaktuellen Vortrag über „Demokratie und Rechtstaatlichkeit in Gefahr?“. König lehrt neben ihrer Tätigkeit als Richterin und Vizepräsidentin des Bundesverfassungsgerichts auch als Inhaberin des Claussen-Simon-Stiftungslehrstuhls für Internationales Recht an der Bucerius Law School, die sie von 2012 bis 2014 als Präsidentin leitete. Sie ist außerdem Mitglied im Kuratorium der ZEIT-Stiftung.

Prof. Dr. Doris König, Vizepräsidentin des Bundesverfassungsgerichts:
„Ein zentrales Anliegen der Stiftung ist es, die Demokratie zu stärken.“

Freiheitlich-demokratische Ordnungen seien zunehmend Gefährdungen ausgesetzt, erklärte König. Auch in Deutschland gebe es Kräfte, die das Vertrauen der Büger:innen in staatliche Institutionen und die Unabhängigkeit der Justiz zu schwächen versuchten. Demokratie und Rechtsstaat müssten verteidigt werden, von allen demokratischen Kräften gemeinsam. „Hierzu benötigen wir eine engagierte Zivilgesellschaft und starke Stiftungen, die dieses Engagement fördern“, so die Vizepräsidentin des Bundesverfassungsgerichts weiter.

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Gefolgt wurde Königs Vortrag von einem Film über das von der ZEIT-Stiftung geförderte Youngsters Camp des Hamburger Kultur Palastes, bei dem Kinder in den Ferien Hip Hop tanzen lernen. Die Parallele: Auch bei Projekten wie diesem geht es um faires Miteinander und Respekt vor Anderen, den Grundlagen für ein friedliches Zusammenleben in einem freiheitlich-demokratischen Rechtsstaat. Der Vorstandsvorsitzende der ZEIT-Stiftung, Prof. Dr. Michael Göring, ging in seiner Rede auf weitere Projekte ein, die scheinbar ungleiches vereinen.

Die von der Stiftung gegründete Bucerius Law School biete leistungsstarken Nachwuchsjurist:innen eine Heimat in Hamburg: „Unser Land braucht in Anbetracht der vor uns liegenden Herausforderungen Spitzenförderung mehr denn je.“ Gleichzeitig sei aber auch die Förderung weniger privilegierter Kinder wichtig, beispielsweise durch das Mentoringprogramm WEICHENSTELLUNG. Dabei werden Kinder und Jugendliche von Lehramtsstudierenden gecoacht und auf ihren Bildungswegen begleitet. Es sei beglückend zu sehen, wie Kinder und Jugendliche dadurch aufblühten, beschreibt Göring die Freude am Fördern.

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Er führte außerdem durch Statements zu den vergangenen 50 Jahren der ZEIT-Stiftung. Dazu äußerten sich Prof. Dres. h.c. Manfred Lahnstein, Mitglied des Kuratoriums der Stiftung, Dr. Kathrin Baumstark, Künstlerische Leiterin des Bucerius Kunst Forums, Prof. Dr. Birgit Weitemeyer von der Bucerius Law School, der Erste Bürgermeister Dr. Peter Tschentscher, Prof. Dr. Burkhard Schwenker, Vorsitzender des Kuratoriums der ZEIT-Stiftung, Manuel J. Hartung, der künftige Vorstandsvorsitzende der ZEIT-Stiftung und Achim Lange, Mitglied des Vorstands der Stiftung. Musikalisch abgerundet wurde die Veranstaltung von zwei Gerd Bucerius-Stipendiat:innen der Deutschen Stiftung Musikleben, Mascha Wehrmeyer an der Violine und Jonas Palm am Violoncello.

Aufgrund der Corona-Pandemie fand die Feier vor geladenen Gästen als 2G-Veranstaltung mit Hygienekonzept statt.

Die ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius hat seit ihrer Gründung mehr als 2.500 Projekte umgesetzt und finanziert – darunter die Gründung der Bucerius Law School und des Bucerius Kunst Forums. Seit 1971 flossen rund 450 Millionen Euro direkt in die Förderung von Projekten. Die ZEIT-Stiftung setzt sich dabei vor allem für Wissenschaft und Forschung, Kunst und Kultur sowie Bildung, Erziehung und demokratische Presse ein.

Mehr Informationen zum 50. Jubiläum der Stiftung und Einblicke in die Stiftungsarbeit finden Sie hier.