And the Winners Are: Fünf Förderungen zum Jubiläum

Gesucht wurden Projekte, die auf die Wertvorstellungen Gerd Bucerius verweisen, die Diskussionskultur fördern und demokratische Grundwerte vermitteln.

Zu ihrem 50-jährigen Jubiläum hat die ZEIT-Stiftung einen Sonderfonds ausgeschrieben, aus dem Projekte zwischen 5.000 € und 25.000 € gefördert werden sollen. Gemeinnützige Organisationen und Vereine konnten bis Ende Oktober Projektanträge stellen, die sich mit den Themen Demokratie, Qualitätsjournalismus, Globalisierung, Nachhaltigkeit oder Liberalität auseinandersetzen. Ein Beirat von Studierenden der Bucerius Law School wirkte in der Jury mit und suchte aus den Bewerbungen die Gewinnerprojekte aus.

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Gewonnen haben:

„24h-Diskussion“, Fortschritt-Vision-Diskurs e.V., Zwickau (Sachsen)

Die „24h-Diskussion“ ist ein Jugend-Partizipationsprojekt für junge Menschen im Alter von 16 bis 30 Jahren aus Dresden und Umgebung die politisch interessiert sind. Vom 1. bis 3. April 2022 diskutieren die Teilnehmenden, unterstützt von Expert:innen aus Wissenschaft und Politik, die drängenden Fragen der Zukunft. Ergänzend gibt es Podiumsdiskussionen mit Landes- und Bundestagsabgeordneten sowie Rhetorik-Workshops. Der Verein Fortschritt-Vision-Diskurs wurde 2018 von Schüler:innen und Student:innen aus Sachsen gegründet. Ziel ist eine stärkere Repräsentation der debattierfreudigen Jugend in der Politik, die Förderung einer Diskussionskultur der Offenheit und Toleranz sowie eine neutrale politische Bildung.

„Prignitzer Abendbrotgespräche – Zwischen Hamburg und Berlin“, BIBER 1368 Dorfverein Beveringen, Pritzwalk (Landkreis Prignitz, Brandenburg)

Mit den „Prignitzer Abendbrotgesprächen - zwischen Hamburg und Berlin“ sollen Menschen aus der strukturschwachen Region Prignitz um einen Tisch versammelt werden, um über relevante Themen zu diskutieren und gemeinsam Zukunftsperspektiven zu entwickeln. Der Kontakt zwischen Bürger:innen untereinander, aber auch der zur Politik bzw. anderen Entscheidungsträger:innen wird gestärkt. Gastredner:innen sollen Impulsvorträge geben, die von den Gästen aufgenommen und miteinander diskutiert werden. So sollen Ideen für die Politik, Demokratie, Gesellschaft, Kultur oder eine nachhaltige Entwicklung der ländlichen Region anzustoßen werden, aus der sich konkrete Projekte entwickeln können.

„Internationale Deutscholympiade“, Goethe-Institut e.V., München

Die Internationale Deutscholympiade (IDO) ist der weltweit größte Wettbewerb der deutschen Sprache, an dem alle zwei Jahre Jugendliche aus über 95.000 Schulen im Alter von 14 bis 17 Jahren teilnehmen. Ziele sind, internationale Bildungsbiografien zu fördern, Begegnungen zwischen jungen Menschen zu ermöglichen, sie für die deutsche Sprache zu begeistern, die Toleranz untereinander zu stärken und den Teilnehmenden Türen zur deutschen Kultur und Zivilgesellschaft zu öffnen. Vom 25. Juli bis 5. August 2022 findet das Finale der Deutscholympiade in Hamburg statt, eingebettet in ein umfangreiches Rahmenprogramm. 140 Jugendliche aus 70 Ländern reisen dafür in die Hansestadt. Im Mittelpunkt des Wettbewerbs stehen vor allem der interkulturelle Austausch, die persönliche Begegnung von jungen Menschen aus aller Welt und der respektvolle Umgang miteinander.

„48h Jenfeld“, Salon International e.V., Hamburg

Musiker:innen jeder Kultur, aller Genres, Professionalisierungs- und Altersstufen bespielen 48 Stunden lang ihre Nachbarschaft im Hamburger Stadtteil Jenfeld. Die Musik wird nicht auf zentralen Bühnen gespielt, sondern an Plätzen des Alltags, in Cafés, Restaurants, Kirchen, Buchhandlungen, Parks, auf öffentlichen Plätzen und privaten Balkonen – dort wo die Menschen leben und arbeiten.
Vom 2. bis 4. September 2022 soll die musikalische und kulturelle Vielfalt des Stadtteils mit dem vom Musiknetzwerk Jenfeld organisierten Festival „48h Jenfeld“ in die Öffentlichkeit getragen werden. Nachbarn und lokale Institutionen organisieren das Festival gemeinsam. Jenfeld gehört zu den ärmsten Stadtteilen Hamburgs und der Anteil von Menschen mit Migrationsgeschichte ist hier fast doppelt so hoch wie im Hamburger Durchschnitt.

„Qualitätsjournalismus auf TikTok?“, Westfälische Hochschule/TH Köln

Das soziale Online-Netzwerk TikTok erreicht mehr als eine Milliarde überwiegend junge Nutzer:innen. Auf der mehrheitlich der Unterhaltung dienenden Plattform finden sich zunehmend Journalist:innen und redaktionelle Formate, aber auch individual-journalistische Akteure. Diese sind auf TikTok bislang nicht auf ihre Rolle untersucht worden. Das Forschungsprojekt verfolgt daher die Frage, welche Ziele individual-journalistische Anbieter verfolgen und wie sie mit Zensur seitens des chinesischen Plattform-Betreibers, mit Community-Management und Refinanzierung umgehen. Mittels Leitfadeninterviews werden auf TikTok aktive Medienschaffende zu Selbstverständnis, Kommunikationsverhalten und Produktionsweisen befragt, um die Gelingensbedingungen eines Qualitätsjournalismus im digitalen Raum des neuen Netzwerks TikTok zu identifizieren. Die Westfälische Hochschule Gelsenkirchen und die TH Köln kooperieren in diesem Forschungsprojekt.