Unerschrockener Journalismus in Russland, Belarus und Georgien
Free Media Awards 2018 vergeben

Angesichts von Repression und Meinungssteuerung in vielen Staaten Osteuropas zeichnen die Free Media Awards jährlich drei osteuropäische Journalisten und Medien aus, die aus vielen Perspektiven berichten. Die Preise werden von der ZEIT-Stiftung in Hamburg und der norwegischen Stiftelsen Fritt Ord, Oslo, gemeinsam vergeben. Die Entscheidung trifft eine unabhängige Jury*. Jeweils 15.000 Euro erhalten die Website fontanka.ru in St. Petersburg, Russland, vorgeschlagen vom Norwegian Helsinki Committee; die Website Belarus Partisan in Minsk, Belarus, nominiert von der Belarusian Association of Journalists; sowie der allein von Frauen verantwortete Verlag Chai Khana („Teehaus“) in Tiflis, Georgien, vorgeschlagen von der Deutschen Botschaft in Tiflis. Die Preisverleihung findet Anfang Oktober 2018 in der armenischen Hauptstadt Eriwan statt.

Fontanka.ru, 1999 gegründet und den Namen des St. Petersburger Flusses Fontanka aufnehmend, berichtet über die Geschehnisse in der Stadt, aber auch über militärische Aktivitäten Russlands in der Ostukraine und in Syrien. Die Recherchen betreffen die Opfer der Kriegshandlungen, ein weitgehend tabuisiertes Themen in Russland, sie zeigen zudem die Kooperation staatlicher und privater Waffen-lieferanten auf. Sowohl die Plattform wie auch einzelne Journalisten von fontanka.ru sind starkem Druck ausgesetzt. Website: www.fontanka.ru

Die Website Belarus Partisan, 2006 gegründet, steht für investigativen unerschrockenen Journalismus. Über Korruption wird intensiv berichtet, ebenso über aktuelle politische und gesellschaftliche Fragen. Dort kommen kritische Stimmen zu Wort, die staatliche Medien systematisch ausschließen.Belarus Partisan-Mitgründer Pawel Scheremet kam 2016 in Kiew durch ein Autobomben-Attentat ums Leben.Belarus Partisan sieht sich starker Repression und Schikane ausgesetzt.Website: www.belaruspartisan.by

Chai Khana, 2014 gegründet, bietet faszinierende Foto- und Textreportagen auch auf Englisch und Russisch. Sie entfalten Informationen über die soziale Wirklichkeit der Menschen auf dem Land, über regionale Minderheiten und deren Lebensweise, ebenso berichten sie intensiv über Frauen – bislang Ungehörte werden befragt und vorgestellt. Außerdem informiert Chai Khana über politische Konflikte wie den um die Südkaukasus-Region Bergkarabach, die zwischen Armenien und Aserbaidschan umkämpft ist. Website:www.chai-khana.org

* Eine 5-köpfige Jury entscheidet über die Vergabe der Free Media Awards. Ihr gehören Ane Tusvik Bonde, Regional Manager, Eastern Europe and Caucasus des Human Rights House Oslo, Alice Bota, Moskau-Korrespondentin der ZEIT, Guri Norstrøm, Korrespondentin des Norwegischen Fernsehens in Berlin, Martin Paulsen vom Norwegian Centre for International Cooperation in Education, und Stephan Wackwitz, Leiter des Goethe Instituts Tiflis, an.

Fotos der drei Preisträger stehen unter www.zeit-stiftung.de/presse zum Download zur Verfügung

Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an die ZEIT-Stiftung, Frauke Hamann, Leiterin Kommunikation, Tel. 040 41336871, Mobil: 0173 6231953, E-Mail: hamann@zeit-stiftung.de