Free Media Awards 2016 vergeben. Medienpreis von ZEIT-Stiftung und Stiftelsen Fritt Ord für unabhängigen Journalismus in Osteuropa

Die Free Media Awards der ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius, Hamburg, und der Stiftelsen Fritt Ord, Oslo, werden 2016 an 3 Journalisten und Medien aus Aserbaidschan, Russland und der Ukraine vergeben.

Vierzig Nominierungen von NGOs, Menschenrechtsorganisationen und weiteren Experten hatten die unabhängige Jury* erreicht. Die mit jeweils 15.000 € dotierten Free Media Awards 2016 gehen an:

Seymur Hazi (*1982), ist Herausgeber und Kolumnist der Zeitung Azadliq, Baku, Aserbaidschan, und Reporter des TV-Senders Azerbaijani Hour, der von der Türkei aus arbeitet. Hazi berichtete über die Korruption und den Machtmissbrauch der Regierung seines Landes und sah sich deswegen Verfolgung und schweren Misshandlungen ausgesetzt. Seit August 2014 sitzt er in Aserbaidschan im Gefängnis, der Prozess gegen ihn wegen „Hooliganismus“ hat kürzlich begonnen. Seymus Hazi wurde vorgeschlagen von Shavalad Chobanoglu, Zamin Haji, Natiq Kavadli, Mehman Huseynov, Khadija Ismayilowa, Tahmina Tagizade, dem Südkaukasus-Büro der Heinrich Böll Stiftung und dem Norwegian Helsinki Committee, Oslo.

Die russische Journalistin Elena Milashina (*1978), Nordkaukasus-Korrespondentin der Novaja Gazeta, Moskau, deckt auf, mit welchen Mitteln die tschetschenische Regierung ihre Kritiker bekämpft und durch Einschüchterung im Land Friedhofsruhe herzustellen versucht. Die investigative Journalistin, die mehrfach brutal angegriffen wurde und massiv bedroht wird, haben die Human Rights House Foundation, Oslo, das Center for Caucasus Initiative – DOSH und das International Youth Human Rights Movement, Woronesch, vorgeschlagen.

Der ukrainischen Website Nashi Groshi (Unser Geld), Kiew, widmet sich der Korruptionsbekämpfung in der Ukraine. Nashi Groshi informiert umfassend über öffentliche Ausschreibungen und wirtschaftliche Transaktionen. Vor allem recherchiert sie die Beteiligung von Beamten und Politikern bei staatlichen Aufträgen und macht die Fakten dazu öffentlich. Nashi Groshi wurde vorgeschlagen von Stefanie Schiffer und dem Norwegian Helsinki Committee, Oslo.

Die beiden Stiftungen verleihen nun erstmals die Free Media Awards 2016 – sie wollen damit diejenigen Journalisten und Medien stärken, die unabhängig berichten und sich nicht einschüchtern lassen. Beide Stiftungen setzen mit den neuen Free Media Awards ihr mehr als 16-jährigen Engagement für den Gerd Bucerius- Förderpreis Freie Presse Osteuropas und den Fritt Ord-Preis Freie Presse Russlands fort. Prof. Dr. Michael Göring, Vorstandsvorsitzender der ZEIT-Stiftung, unterstreicht: „In vielen Staaten Osteuropas stehen die Medien unter starkem Druck. Wir wollen mit den Free Media Awards Journalisten und Medienmacher ermutigen, trotz Unterdrückung, trotz Drohungen und Repression ihre Berichterstattung fortzusetzen. Die Free Media Awards sollen Anerkennung zum Ausdruck bringen und unabhängigen Journalismus bekräftigen. George Orwell hat gesagt, dass Pressefreiheit das Recht bedeutet, anderen Leuten zu sagen, was sie nicht hören wollen. Wir verstehen die Free Media Awards in eben diesem Sinne – die Freiheit des Wortes ist unersetzlich. Darüber werden wir mit den Preisträgern im November 2016 in Tiflis öffentlich diskutieren. Deshalb werden wir den neuen Pressepreis auch 2017 wieder ausschreiben.“ 

Die Preisverleihung findet Ende November 2016 in Tiflis, Georgien, im Rahmen einer mehrtägigen Journalismus-Konferenz statt.

*Der Jury der Free Media Awards gehören an Alice Bota, Moskau-Korrespondentin der Wochenzeitung DIE ZEIT, Guri Nordstrøm, Korrespondentin des Norwegischen Fernsehens, Berlin; Ane Tusvik Bonde von der Human Rights House Foundation, Oslo; Martin Paulsen, Professor für Slavistik an der Universität Bergen; Stefanie Schiffer, Geschäftsführerin des Europäischen Austausches, Berlin; und Stephan Wackwitz, Leiter des Goethe-Instituts in Tiflis.


Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an die ZEIT-Stiftung, Frauke Hamann, Bereichsleiterin Kommunikation, Tel. 040 41336871 oder 0173 6231953, E-Mail: hamann@zeit-stiftung.de