Ort: Pierre Boulez Saal – Mozart Auditorium, Barenboim-Said Akademie, Französische Straße 33d, Berlin
In der Reihe „Akademie-Forum“
In englischer Sprache
Wie weit – oder vielmehr wie nah – liegen Städte wie Jerusalem, Hebron und Gaza zu Srinagar, Lahore und Kalkutta? Welche Rolle spielt Palästina als realer und imaginärer Ort im südasiatischen Bewusstsein? Und wie spiegelt sich dieser in der urduischen und persischen Literatur wider? Prof. Asad Q. Ahmed präsentiert an diesem Abend seine jüngsten Forschungsergebnisse und Überlegungen zur sich wandelnden Präsenz Palästinas in der urdu- und persischsprachigen Lyrik Südasiens, die vor und nach der Nakba entstanden ist. Er zeigt auf, wie sich Palästina von einem Bezugspunkt für die spirituelle Einheit der Muslime – einem metaphorischen Ort der Identität ohne klare geografische Abgrenzung – zu einem konkreten Ort gewandelt hat, der als Spiegelbild politischer Kämpfe in anderen postkolonialen Kontexten und Regionen wie Kaschmir, Pakistan und Indien gilt. Außerdem geht er darauf ein, wie nach der Nakba der religiöse Unterton aus der Darstellung Palästinas verschwindet und sich der poetische Ausdruck hin zum freien Vers und zu literarischen Formen wendet, die von bedeutenden westlichen Dichter:innen inspiriert sind.
Asad Q. Ahmed ist u. a. Magistretti Distinguished Professor of Middle Eastern Languages and Cultures und Professor für Arabistik und Islamwissenschaften am Department of Middle Eastern Languages and Cultures sowie Leiter des Centers of Middle Eastern Studies an der University of California, Berkeley. Seine Forschungsschwerpunkte sind u. a. die Sozialgeschichte des frühen Islam und die vormoderne islamische Geistesgeschichte. Er ist Autor diverser Bücher und Sammelbände. Zu seinen Auszeichnungen zählen Stipendien des Institute for Advanced Study in Princeton und des Stanford Humanities Center.
Mit einem musikalischen Beitrag von Studierenden der Barenboim-Said Akademie
Eintritt frei. Anmeldung und weitere Informationen HIER.
Die Reihe „Akademie-Forum“ wird von der ZEIT STIFTUNG BUCERIUS gefördert.