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Zeit-Stiftung

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40 Miniaturen aus 40 Jahren ZEIT-Stiftung

Der Zeit nichts schuldig bleiben

Der Blick aus seinem Bürofenster auf die St.-Michaelis-Kirche, das Hamburger Wahrzeichen, macht Gerd Bucerius stutzig: „Die Zeiger der Turmuhr sind nicht mehr da.“ Sie waren abmontiert worden, wegen Altersschwäche. Bucerius stiftet 1973 spontan 50.000 DM, „damit alles wieder seine Ordnung hat“ – und bleibt so der Zeit nichts schuldig.

Der Jurist, Politiker und Verleger Gerd Bucerius (1906 - 1995) gründet 1971 die ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius

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40 Miniaturen aus 40 Jahren ZEIT-Stiftung

Intellektuelles Abenteuer

Für Journalisten ist Abstand wichtig, denn ihr Arbeitsalltag lässt die Konzentration auf Sachfragen kaum noch zu. Das Bucerius Fellowship am Center for European Studies der Harvard University ermöglicht Journalisten ein Semester an der Eliteuniversität. Sie erleben intellektuelle Abenteuer in Cambridge und in Boston. Und genießen es, sich einmal längere Zeit ungestört anstrengen zu dürfen.

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Druck im Knast

Die Druckmaschine der Gefangenendruckerei in Hamburgs Justizvollzugsanstalt Fuhlsbüttel druckt den „Blickpunkt“ und Formulare. Als sie kaputt geht, schreibt Gerd Bucerius: „Die ZEIT-Stiftung sollte den Ankauf einer gebrauchten Druckmaschine mit 2.000 DM finanzieren helfen.“ Er ist neugierig auf den Druck im Knast: „Mit wem könnte ich wohl sprechen, um überhaupt mehr über die Arbeit im Strafvollzug zu erfahren?“

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Vietnam-Flüchtlingshilfe

Nach dem Ende des Vietnam-Krieges verlassen mehr als 1,6 Mio. Menschen das Land. Das Elend der boat people ist groß. Auch in der Bundesrepublik gibt es Spendenaktionen. Die ZEIT-Stiftung leistet Flüchtlingshilfe von 1 Mio. DM ans Deutsche Rote Kreuz. Sie unterstützt den Bau eines Gesundheitszentrums in Thailand und eines Notkrankenhauses in Malaysia – und den Kauf von Medikamenten.

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Hoch dotiert – der ZEIT-Preis für kleine Verlage

An die Preisübergabe während der Frankfurter Buchmesse kann sich Klaus Ramm gut erinnern: “Der ZEIT-Preis für kleine Verlage war eine ungeheuer hochherzige Geste von Bucerius, ein wichtiges Zeichen gerade zur Stärkung der anspruchsvollen unabhängigen Verlage.“ Die Auszeichnung geht an den Merlin Verlag (1984), den Verlag Klaus Ramm (1985) und den Verlag Klaus G. Renner (1986). Sie erregt Aufsehen, ist sie mit 50.000 DM doch höher dotiert als der Büchner-Preis.

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Elite? Elite!

Wenn Gerd Bucerius in seiner Wochenzeitung „DIE ZEIT“ schreibt, ist das anregend – auch für seine Stiftung: „Schafft die Förderung von Hochbegabten überhaupt Eliten? Und verträgt das demokratische System eine Elite? Antwort: Man wird nicht gefördert, weil man zur Elite gehört; allenfalls rückt man ein in eine Elite, weil man hochbegabt ist. Wenn Elite die Versammlung der Hochbegabten und Hochleistenden ist, kann jede Gesellschaft froh sein, sie zu haben.“

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Zinn und Eiche

Lutz Mohaupt, Hauptpastor von St. Jacobi in Hamburg, kann 1987 berichten: „Der Orgelbauer hat schon für eine fünfstellige Summe Zinn gekauft. In den nächsten Monaten wird das Eichenholz beschafft, das dann ja sehr lange luftgetrocknet werden muss. Es wird ja eine ganz neue Tragkonstruktion für die Orgel nötig sein.“ Die ZEIT-Stiftung ermöglicht die Restaurierung der berühmten Arp Schnitger-Orgel von 1693, mit 60 Registern und ca. 4.000 Pfeifen die größte erhaltene Barockorgel im nordeuropäischen Raum.

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Anschub für Witten/Herdecke

Als Gerd Bucerius im nordrhein-westfälischen Witten 1983 die erste deutsche Privatuniversität besucht, ist er begeistert: „Hier entsteht ein Stück Zukunft, sehr wagemutig, aber erfolgversprechend.“ Seine Stiftung fördert die Universität Witten/Herdecke über Jahre mit insgesamt über 12 Mio. DM, denn „es wird Zeit, dem kostspieligen Monopol der öffentlichen Universitäten eine leistungsfähige private Universität zur Seite zu stellen.“

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Poeten unter Putten

Hamburg will ein Literaturhaus. Als eine repräsentative Alster-Villa zum Verkauf steht, greift Gerd Bucerius zu. Er erwirbt das Gebäude aus Stiftungsmitteln, der Betreiberverein kann es unentgeltlich nutzen. „Kann man Literaturhäuser eigentlich gründen, wer hat das Romanische Café in Berlin gegründet?“, fragt Bucerius bei der Einweihung unterm Puttenreigen. Man kann! Seit über 20 Jahren ist das „gestiftete“ Haus ein Kristallisationspunkt des literarischen Lebens in der Hansestadt.

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Literatur als Mittler zwischen Ost und West

Die „Neue Literatur“ druckt Texte von Herta Müller, Richard Wagner, Werner Söllner, Klaus Hensel. Die wohl wichtigste deutschsprachige Literaturzeitschrift im mitteleuropäischen und osteuropäischen Raum, die ab 1958 in Bukarest erscheint, ist während der langen Jahre der Diktatur eine Plattform der rumäniendeutschen Literatur. Die ZEIT-Stiftung sichert die Herbst-Ausgabe 1992 – auch als Ermutigung für die geistigen Emanzipationsbestrebungen in Mitteleuropa.

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Der „Bucerius-Topf“

Zum 75-jährigen Jubiläum der Universität Hamburg gibt Gerd Bucerius der Staats- und Universitätsbibliothek 100.000 DM. „Ihre großzügige und für uns völlig unerwartete Spende bietet uns die Möglichkeit, aus Moskau und St. Petersburg zurückgekehrte Handschriften zu restaurieren,“ schreibt Direktor Horst Gronemeyer. Er bedankt sich, als der „Bucerius-Topf“ verbraucht ist – und erhält noch einmal den gleichen Betrag.

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Wiederentdeckung: Die Kultur des Philosophierens

Ernst Cassirer, einer der großen Philosophen des 20. Jahrhunderts, lehrt von 1919 bis 1933 an der Universität Hamburg. Er muss emigrieren – erst nach England, dann nach Schweden, schließlich in die USA. In Hamburg schreibt er sein Hauptwerk „Die Philosophie der symbolischen Formen“. Seine Kulturphilosophie ist heute wiederzuentdecken – die von der ZEIT-Stiftung ermöglichte „Hamburger Ausgabe“ versammelt alle zu Lebzeiten veröffentlichten Schriften Ernst Cassirers.

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Wiederentdecktes preußisches Erbe – die Prussia-Sammlung

Waffen, Gebrauchsgegenstände und Schmuck – die Prussia-Sammlung zur Vor- und Frühgeschichte Ostpreußens wird im Königsberger Schloss gezeigt. Der II. Weltkrieg zerstreut eine der berühmtesten archäologischen Sammlungen Europas. 1999 werden Teile daraus am Stadtrand von Kaliningrad wiederentdeckt – eine Sensation. Nach der Restaurierung durch deutsche und russische Archäologen ist das preußische Erbe ist 2001 im heutigen Kaliningrad wieder zu sehen.

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Unerschrocken und kämpferisch

Am 19. Mai 2002 nimmt die russische Journalistin Anna Politkowskaja im Hamburger Rathaus den Gerd Bucerius-Förderpreis Freie Presse Osteuropas für die „Novaya Gazeta“ entgegen. Sie schildert die Schikanen der tschetschenischen Militärs, berichtet von Drohungen, Journalisten zu erschießen, ständigen Festnahmen: „Ein Journalist, der objektiv bleiben möchte, wird einem ‚Feind Russlands’ gleichgestellt, der auszurotten ist.“ Am 7. Oktober 2006 wird Politkowskaja in Moskau ermordet.

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Abgefahren

Schreiben bringt Spaß – und so hieß der Wettbewerb der ZEIT-Stiftung auffordernd: SCHREIBMAL. Das Jahresthema „Hamburg underground“ handelte vom Abtauchen, „Gegen den Wind“ ist es selten bequem. Auch „Anstoß“ und „Abgefahren“ brachten viele Einsendungen, „Hamburg im Fluss“ machte Lust auf erfinderische Geschichten rund um Alster und Elbe, aber auch über alles „Fließende“, „Verflossene“ – oder den „Fluss der Zeit“.

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Shareholder Value und Public Value

Warum gehen Unternehmer stiften? Lust auf Abwechslung, die Abkehr von marktgetriebenen Arbeitszwängen, eigene Lebensideale – das sind einige Motive. Karl Ludwig Schweisfurth erzählt, wie er vom größten europäischen Wurstfabrikanten zum überzeugten Biobauern wird. Die Tagung in der Evangelischen Akademie Tutzing verdeutlicht: Shareholder Value und Public Value sind kein Widerspruch.

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Eine Göttin in Hamburg

Die Hamburger bangen: Wird die Diva wirklich kommen, nachdem sie bereits den Auftritt in Wiesbaden abgesagt hat? Am 15. Mai 1959 geht selbst der „Opernmuffel“ Gerd Bucerius in die Musikhalle: Maria Callas entzückt das sonst zurückhaltende hanseatische Publikum. „Italien in Hamburg“ aus der Buchreihe „Fremde in Hamburg“ schildert das Callas-Konzert – und enthält viele hamburgisch-italienische Geschichten.

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Tage voller Theaterwelt

Was für eine Idee! Thalia-Intendant Ulrich Khuon erdachte die Autorentheatertage und brachte sie mit nach Hamburg. Geballt stellen sie dem neugierigen Publikum neue Stücke vor – Tage voller Theaterwelt. Das Festival für Gegenwartsdramatik begeistert mit eindrücklichen Aufführungen. Der Enthusiasmus von Autoren, Darstellern, Regisseuren und Publikum gipfelt in der Langen Nacht der Autoren.

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Die Zeit ist reif

Nach dem Ende des Kalten Krieges ist die Zeit reif für die Gründung des Deutschen Historischen Instituts in Moskau. Zur epochalen Vielfalt und Komplexität der deutsch-russischen Geschichte arbeiten dort deutsche und russische Wissenschaftler. Das DHI Moskau vergibt Stipendien an deutsche Russland- und russische Deutschlandhistoriker und bietet eine hervorragende Bibliothek. Vorträge, Konferenzen und Seminare fördern den wissenschaftlichen Austausch.

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Reiche Pressetradition

Die „Wöchentliche Zeitung“ (1618) der Hansestadt ist eines der frühesten Periodika in Deutschland. Als der „Hamburgische unpartheyische Correspondent“ eine Auflage von 51.000 hat, werden von der Londoner „Times“ gerade 8.000 Exemplare gedruckt. Die Ausstellung "Presseschau – 400 Jahre Zeitungen in Hamburg" 2006 über die Tradition der „zeitungsreichsten Stadt“ verdeutlicht, warum Hamburg zur wichtigsten Pressemetropole der jungen Bundesrepublik wird.

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Studiengebühren? Studiengebühren!

Fünf Jahre nach der Gründung der Bucerius Law School macht der erste Jahrgang das juristische Staatsexamen. Die Absolventen der privaten Hochschule für Rechtswissenschaft schneiden hervorragend ab: 96 Prozent erreichen ein Prädikatsexamen – gegenüber 15 Prozent im Bundesdurchschnitt. Setzt man die Studiengebühren in Relation zu Studiendauer und Studienerfolg, wird deutlich, wie günstig ein vermeintlich teures Studium sein kann.

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Vorwärts in die Vergangenheit? Blick auf ein vergangenes Land

Lernerlebnisse ohne Ostalgie bietet die evangelische Akademie Sachsen-Anhalt. „Vorwärts in die Vergangenheit? Leben in der DDR“ – die Wittenberger Projekttage für Jugendliche aus den Alten Bundesländern informieren mit Rollenspielen und Zeitzeugen-Gespräche über das Aufwachsen in der DDR. Der Perspektivwechsel eröffnet die Zwänge und Dilemmata – er weitet den Blick auf ein vergangenes Land.

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„Nächstes Jahr in Marienbad“

Was für ein lockender Abschied: „Nächstes Jahr in Marienbad“ verheißt schon die nächste Reise ins Kurbad. Mirjam Triendl-Zadoff erzählt am Beispiel von Karlsbad, Marienbad und Franzensbad von den jüdischen Kurgästen. Ihr impressionistisches Bild der böhmischen Bäder zeigt diese als „magnetische Orte für jüdische Kulturen“. Die mehrfach ausgezeichnete Doktorarbeit entstand im Rahmen des Programms „Deutschland und seine östlichen Nachbarn“.

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Sturz in die Künste

Wie passend: Seit der Manierismus-Schau „Sturz in die Welt“ präsentiert sich das erweiterte Bucerius Kunst Forum am Hamburger Rathausmarkt. Es stürzt sich wirklich in alle Künste: Kammerkonzerte, Vorträge, Lesungen und Gespräche im Ian Karan Auditorium beleuchten das jeweilige Ausstellungsthema, zeigen Querverweise und Verwandtschaften zwischen den Künsten. Das Publikum erlebt hier zudem eine Fülle von Veranstaltungen zu kulturellen und gesellschaftlichen Themen.

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Das sind so Fragen…

Jeder angehende Lehrer sollte sich ehrlich befragen: Liegt mir der Umgang mit jungen Menschen? Oder gilt meine Leidenschaft doch eher dem Fach? Trägt meine Stimme? Kann ich ein schwieriges Elterngespräch führen? Die Studien- und Berufswahl ist zu wichtig, um sie leichtfertig zu treffen. Wer ein Lehramtsstudium beginnt, sollte die Anforderungen des Schulalltags kennen. Das leistet die von der Stiftung mit entwickelte Eignungsberatung für Lehramtsstudierende.

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Schlag ins Kontor

Keine vielfältigen Förderungen der ZEIT-Stiftung ohne kräftige und nachhaltige Erträge aus dem Stiftungsvermögen. Die Finanzkrise 2008 mit rückläufigen Aktienkursen und Dividendenzahlungen bedeutete einen spürbaren Rückschlag. Wie sich jetzt zeigt, blieben die Auswirkungen auf das Stiftungsvermögen vergleichsweise geringfügig – auch dank einer vorsichtigen Geldanlage vor allem mit festverzinslichen Wertpapieren. So sind die Buchverluste fast vollständig wieder ausgeglichen.

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Musik als Beziehungskunst

„Die natürlichste Musik von allen ist es doch, wenn vier Leute zusammen spazieren gehen und dann gleich die Musik mit sich und in sich tragen“: Diese Verführung zu Gesang im Freien von Felix Mendelssohn Bartholdy bildete ein Element der Musik-Salons an der Hamburger Hochschule für Musik und Theater. Ob zu Mendelssohn Bartholdy, Schumann, Mahler und Liszt – bei den Musik-Salons ereignet sich Musik als Beziehungskunst.

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Netzwelten

Anregen, ausloten, vertiefen – die ZEIT-Stiftung beleuchtet aktuelle gesellschaftsrelevante Themen. So fragte die Diskussions- und Sendereihe von NDR Info und ZEIT-Stiftung „Netzwelten oder Das Leben in der Digitalgesellschaft“ nach dem Stellenwert der elektronischen Medien: Wie das Internet unseren Lebensstil verändert, wie frei Information angesichts der „Weltmacht Google“ ist und welche Chancen das Internet für die Demokratie bedeutet.

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Umbruch in Tarlabasi

In Tarlabasi, dem Stadtteil im Zentrum Istanbuls, wo einst viele Griechen und Armenier lebten, wohnen nun vorwiegend Migranten. Alte Häuser werden abgerissen, Luxuswohnungen entstehen. Auf ihrer Türkei-Reise lernen die Doktoranden des Programms "Settling Into Motion" die Bewohner von Tarlabasi und ihre Geschichten kennen. Der Blog http://www.tarlabasiistanbul.com/ informiert Journalisten, Forscher, Aktivisten und alle, die sich für Istanbuls urbane Entwicklung interessieren.

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"Einfach alles"

Dank der studentischen Initiative Copernicus verbringen Stipendiaten aus osteuropäischen Ländern ein Semester in Hamburg. Sie sammeln neue Erfahrungen. So absolviert eine Stundentin aus Minsk, Belarus, während der Semesterferien ein Praktikum in einer Kindertagesstätte in Billstedt. Auf die Frage, was ihr hier gefallen oder was die Zeit in der Hansestadt ihr gebracht hätte, antwortet sie aus vollem Herzen: "Einfach alles".

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„Jeder Stein steht für die Erinnerung an einen Menschen“

Erstmals erläutert der Konzeptkünstler Gunther Demnig in Israel sein Projekt „Stolpersteine“: „Dort, wo der Horror begann, in jeder Wohnung, jedem Haus, aus dem Menschen deportiert wurden, setze ich einen Stolperstein. Jeder Stein steht für die Erinnerung an einen Menschen“. Die Zuhörer in Jerusalem und Haifa sehen Demnig gleichsam als Teil ihrer Familie, weil er mit den Steinen einen Gedächtnisort und -anlass schafft und Menschen zusammenführt.

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555 Alumni oder The world is a little town

Junge Führungskräfte aus Politik, Wirtschaft, Medien und Drittem Sektor aus der ganzen Welt kommen im Sommer 2001 erstmals zur Bucerius Summer School on Global Governance nach Hamburg. Mit internationalen Experten diskutieren sie globale Zukunftsfragen. Inzwischen umfasst das Netzwerk 555 Alumni. Und mit jeder Summer School wächst der Kreis weiter.

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„Ein Himmel – mir und dir“

Wer vermutet einen kulturellen Schatz in einem entlegenen Winkel von Sachsen-Anhalt? In Wiederstedt im Südharz verfiel die Taufkirche von Novalis (*1772), dem großen Dichter der Frühromantik. Dass der ehemalige Wiederstedter Pfarrer Richard Schröder ein Preisgeld spendet, macht die ZEIT-Stiftung auf das Kulturdenkmal aufmerksam – und vereinte Kräfte retten die mittelalterliche Klosterkirche.

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Streiten lernen

Das Streiten nimmt ab. Vorbereitete Reden und konsensorientierte Aussagen dominieren. Studierende tragen die "Debattiermeisterschaften" aus – zum Wohl einer demokratischen Streitkultur. Wenn Teams zum Thema "Gibt es einen guten Krieg?" oder "Gibt es ein Recht auf Faulheit?" gegeneinander antreten, zählt der schnelle Schlagabtausch. Es gilt, Argumente zu entwickeln, zu ordnen und glänzend vorzutragen – eine atemberaubende, hoch bejubelte Kür.

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Brauchen Journalisten eine Haltung?

„Brauchen Journalisten eine Haltung?“ In ihrer Antwort auf die Preisfrage der Hamburger Akademie für Publizistik beschreibt Siegerin Katrin Weber-Klüver die Verführbarkeit durch redaktionelle Vorgaben: „Jeder Eindruck, der stört, kann weggelassen, jede Recherche, die neue Fragen aufwerfen würde, kann abgebrochen werden. Die Frage ist also nicht, ob Journalisten eine Haltung brauchen. Denn irgendeine Haltung hat jeder. Die Frage ist: Welche haben sie?“ Mehr unter www.akademie-fuer-publizistik.de

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Kein Handy ohne Hertz

Heinrich Hertz entdeckt die elektromagnetischen Wellen. Der Name dieses Pioniers der drahtlosen Telegrafie – Hertz – ist als Bezeichnung für die Frequenzeinheit (Schwingung pro Sekunde) weltweit gebräuchlich. Euphorisch erlebt der Hochbegabte das Studium. Der Hamburger Köpfe-Band zeigt einen Ausnahmephysiker, der kurz vor seinem frühen Tod schreibt, dass er „zu den besonders Auserwählten gehöre, die nur kurz leben und doch genug leben.“

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Willkommen und Abschied

„Sprache, Kunst, Natur und Technik – früh erleben“ lautet das Motto der Kindertagesstätte an der Bucerius Law School. Auch Schirmherrin Loki Schmidt lehrt die Kinder das „Begreifen“ ihrer Umgebung. Das attraktive Konzept führt zu großer Nachfrage – und zur Erweiterung: Statt für anfänglich 26 Elementar- und Krippenkinder ist jetzt Platz für 40. Kaum verklingt das Willkommen für die „Neuen“, gilt es, Abschied zu nehmen, als Loki Schmidt stirbt. Mit ihrer Neugierde auf die Welt bleibt sie ein unvergessenes Vorbild.

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Fulminantes Tanztheater

Die Tanztheater-Produktion „Babel (Words)“ erzählt die biblische Geschichte um den Turmbau zu Babel: Gott straft die Menschen für Ihre Hybris durch den Verlust der gemeinsamen Sprache. Doch wo das gesprochene Wort Menschen trennt, können Gesten, Bewegungen und Tanz neue Verbindungen schaffen. Dies zeigt Sidi Larbi Cherkaouis fulminante Inszenierung auf Kampnagel in Hamburg. Sie lässt spüren, dass Tänzer und Musiker aus 13 Ländern an der Choreographie beteiligt sind.

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Damit mehr Migranten Lehrer werden

„Ich war zunächst unsicher, ob ich Lehramt studieren sollte.“ Duygu Murathanoglu studiert jetzt Französisch und Spanisch, motiviert vom Schülercampus „Mehr Migranten werden Lehrer“. Praktische Informationen, Gespräche mit Studenten und Hospitationen an Schulen haben der jungen Cuxhavenerin mit türkischen Wurzeln dieses Berufsziel nahe gebracht und klar gemacht – Deutschlands Schulen brauchen mehr Lehrer mit Zuwanderungsgeschichte.

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Das erste Mal

Mit „Gerhard Richter. Bilder einer Epoche“ zeigt das Bucerius Kunst Forum das erste Mal eine Ausstellung zeitgenössischer Kunst. Der Künstler hat nach Fotos gemalt - aus Zeitschriften und privaten Alben. Die fotografierte Realität wird zum Bild und somit als Konstrukt sichtbar. 82.155 Menschen haben die Schau besucht und ein faszinierendes Wechselspiel gesehen. Gerd Bucerius hätte diese Wirkung seines Gewerbes bestimmt gefreut.

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Zum 40-jährigen Jubiläum der ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius gibt es vom 10. April bis 19. Mai 2011 täglich eine von 40 Miniaturen aus dem Stiftungsgeschehen.

Lesen Sie vom Stifter Gerd Bucerius, den Initiativen und Förderungen der ZEIT-Stiftung, lassen Sie sich anregen, informieren, befragen – und belohnen.

Hinterlassen Sie doch Ihre E-Mail-Adresse – wir erinnern Sie an den Start der 40 Miniaturen.