Conrad Hansen

Conrad Hansen


"Die Begabung ausweiten in immer tieferes Verstehen“ - der Klaviervirtuose Conrad Hansen

Schon früh zeigt sich Conrad Hansens herausragendes Talent: 1906 in Lippstadt geboren, geht der Fünfzehnjährige allein ins ferne Berlin, um zu lernen. Sein Kapital - sein virtuoses Klavierspiel. Er macht sich das Credo seines Lehrers Edwin Fischer zu eigen, dass der Interpret "nur noch Medium, nur Mittler zu sein habe zwischen dem Göttlichen, dem Ewigen und dem Menschen." Der Ton- und Klangfanatiker Hansen widmet seine Verstehens-Kunst großer Musik vor allem Ludwig van Beethoven, Johannes Brahms, Chopin und Liszt - er feiert weltweit Triumphe als Konzertpianist. 1945 siedelt Hansen nach Hamburg über und entdeckt auch seine Liebe zur Vermittlung von Musik. Neben Solo-Auftritten und Konzerten mit seinem Hansen-Trio initiiert er unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg eine Musikhochschule in Detmold. Zwischen 1960 und 1984 lehrte der Klaviervirtuose und Musikpädagoge an der Hochschule für Musik und Theater in Hamburg. Er stirbt 2002 in der Hansestadt.

Hansen hat Bedeutendes für das Musikleben im Nachkriegsdeutschland getan. Sein selbstgesetzter Anspruch: "Aus dem Notenbild herauslesen: Was passiert da? Und dann versuchen, die Erkenntnisse in Klanggeschehen umzusetzen. Die Begabung ausweiten in immer tieferes Verstehen. Sich dem Leben aussetzen."

Heinz Josef Herbort, Hamburger Köpfe Conrad Hansen, Herausgegeben von der ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius, Ellert & Richter Verlag, Hamburg 2001, € 14,90, ISBN 3-8319-0000-0. Zwei der Edition beigefügte CDs (musicaphon M 56845) mit bislang unveröffentlichten Aufnahmen Hansens dokumentieren das Können dieses prägenden Pianisten. Die Ausgabe ist vergriffen.