Heinrich Hertz

Heinrich Hertz


Heinrich Hertz (1857-1894) gehört durch die Entdeckung der elektromagnetischen Wellen zu den bedeutendsten deutschen Physikern. Er ging als Pionier der drahtlosen Telegrafie in die Geschichte ein, sein Name Hertz ist als Bezeichnung für die Frequenzeinheit (Schwingung pro Sekunde) weltweit gebräuchlich.

Der in Hamburg geborene Hertz, Sohn wohlhabender Eltern, ist ein ehrgeiziger Schüler. Technisch und mathematisch begabt, besteht er das Abitur auf der Gelehrtenschule Johanneum als Klassenbester. Anders als sein Vater und Bruder will Hertz nicht Jura studieren, sondern entscheidet sich für ein Bauingenieurstudium am Politechnikum in Dresden. Bei den Ingenieuren langweilt er sich, er entdeckt seine wahre Leidenschaft für die Physik und entscheidet sich 1877 für ein Studium dieses Fachs in München. Schon im ersten Semester mutet er sich Höhenflüge ins Reich der Mathematik zu, die sonst nur fortgeschrittene Studenten unternehmen. Euphorisch schreibt er: „Die erklärte Natur kommt mir weniger schön vor wie die unerklärte.“ Nach zwei Semestern setzt er sein Studium beim „Reichskanzler der Physik“ Hermann Helmholtz in Berlin fort und erfreut sich dessen höchster Wertschätzung. Nach nur vier Semestern wird der brillante Schüler zur Doktorprüfung zugelassen, die er mit magna cum laude besteht. Nach kurzer Assistenzzeit bei Helmholtz geht Hertz als Privatdozent nach Kiel. Als Professor in Karlsruhe macht er eine Reihe physikalischer Entdeckungen – und findet auch privates Glück. 1889 folgt er einem Ruf an die Bonner Universität, wo er in noch jungen Jahren einer Infektion erliegt. Heinrich Hertz liegt auf dem Friedhof Ohlsdorf seiner Heimatstadt Hamburg begraben.

Der Theoretiker und Experimentalphysiker Heinrich Hertz publiziert in den Annalen der Physik und genießt vor allem im Ausland große öffentliche Aufmerksamkeit. Er bestätigt erstmals experimentell die Maxwellsche Theorie des Elektromagnetismus und erklärt, was elektromagnetische Wellen eigentlich sind. Sein experimenteller Nachweis elektromagnetischer Wellen hat den Weg zu Telegrafie, Rundfunk, Fernsehen und Handy, zur elektronischen Telekommunikation überhaupt gewiesen, zu dem, was wir täglich benutzen und für selbstverständlich erachten.

Über Leben und Werk von Heinrich Hertz ist wenig bekannt. Der Hamburger Kopf schildert bahnbrechende Entdeckungen, der Autor Michael Eckert zeigt Hertz über den forschenden Physiker hinaus auch als tiefen Denker, die Krisen und Unzufriedenheit, das Auf und Ab eines Genies. Hertz’ Tagebucheinträge und Briefe geben allgemeinverständliche Einblicke in die Welt eines Ausnahmephysikers, der kurz vor seinem frühen Tod geschrieben hatte, dass er „zu den besonders Auserwählten gehöre, die nur kurz leben und doch genug leben.“

Eckert, Michael, Heinrich Hertz, im Rahmen der Hamburger Köpfe herausgegeben von der ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius, Ellert & Richter Verlag, Hamburg 2010, 168 Seiten mit 40 Abbildungen, ISBN 978-3-8319-0371-9, € 14,90