Otto Stolten

Otto Stolten

Otto Stolten - der erste Sozialdemokrat im Hamburger Rathaus

Im Jahre 1901 wird Otto Stolten (1853-1928) als erster und zunächst einziger Sozialdemokrat in die Hamburgische Bürgerschaft gewählt. Ein gelernter Schlosser zieht dort ein, wo sonst nur Angehörige des wohlhabenden Bürgertums unter sich sind. 1904 übernimmt Stolten den Vorsitz der ersten Sozialdemokratischen Fraktion und wird 1919 als erster SPD-Politiker mit dem Amt des Zweiten Bürgermeisters betraut, das er bis 1925 inne hat. Anfangs als enfant terrible wahrgenommen, beginnt mit dem wachsenden Wahlerfolg der Sozialdemokratie auch der Wandel der politischen Kultur und der politischen Gewichte in Hamburg und anderswo. Als August Bebel 1913 stirbt, wird der kluge und gewissenhafte Stolten für dessen Reichstagsmandat nominiert und auch gewählt.

Die Historikerin Christiane Teetz zeichnet ein umfassendes Bild des Menschen und Politikers Otto Stolten und nennt seinen Lebensweg typisch für eine sozialdemokratische Karriere in der wilhelminischen Ära: Starken Willen, hohe Disziplin und kämpferischen Geist zeichneten diesen Führer der Arbeiterbewegung aus, der kein Revolutionär, sondern ein Pragmatiker war, "ein staatstragender hamburgisch-hanseatischer Sozialdemokrat".

Christiane Teetz, Hamburger Köpfe Otto Stolten, Herausgegeben von der ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius, 120 Seiten, 28 Abbildungen, Ellert & Richter Verlag, Hamburg 2001, € 14,90, ISBN 978-3-89234-982-2.