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Hamburg, 16. Januar 2026
Zur Bedeutung von Kunst in Krisenzeiten: Kathleen Reinhardt und Nora Gomringer illustrieren die Widerstands- und Gestaltungskraft der Kunst beim Jahresauftakt der ZEIT STIFTUNG BUCERIUS

Kuratorin des Deutschen Pavillons unterstreicht politische Relevanz von Gegenwartskunst und weckt Vorfreude auf die 61. Kunstbiennale in Venedig. Lyrische Intervention zeigt disruptives Potenzial künstlerischer Annäherungen.

La rivoluzione siamo noi? Zwar steht hinter Joseph Beuys berühmtem Ausspruch im Titel der Bucerius Lecture 2026 ein Fragezeichen; doch Dr. Kathleen Reinhardt betonte beim Jahresauftakt der ZEIT STIFTUNG BUCERIUS nachdrücklich die revolutionäre Kraft von Gegenwartskunst als Spiegel der Zeit. Die Kuratorin des Deutschen Pavillons bei der 61. Kunstbiennale in Venedig zeigte in ihrem Vortrag am 15. Januar 2025 in der Bucerius Law School, dass Kunst stets im Dialog mit Geschichte und Gesellschaft steht. Nora Gomringer umrahmte die Ausführungen Reinhardts mit einer lyrischen Intervention. Im anschließend von Prof. Manuel Hartung, Vorstandsvorsitzender der ZEIT STIFTUNG BUCERIUS, moderierten Gespräch wurde die Relevanz von Kunst gerade in herausfordernden Zeiten betont und einhellig für kulturelle Spiel- und Resonanzräume geworben.

Prof. Manuel Hartung, Vorstandsvorsitzender der ZEIT STIFTUNG BUCERIUS: „Gerade in schwierigen Zeiten kommt der Kunst eine wichtige Aufgabe zu: widerständig sein, Missstände aufdecken und Utopien vorstellbar machen. Als ZEIT STIFTUNG BUCERIUS setzen wir uns dafür ein, Kunst und Kulturschaffende zu stärken. Wir senden mit unserem Jahresauftakt zwei Signale: Es lohnt sich gerade jetzt, Kunst im gesellschaftspolitischen Diskurs ernst zu nehmen. Wir möchten Lust auf Kunst und gemeinsame kulturelle Erlebnisse wecken – gerade in einem Jahr, das weltpolitisch so trist begonnen hat.“

Dr. Kathleen Reinhardt, Kuratorin des Deutschen Pavillons: „Kunst bietet in unserer höchst herausfordernden Gegenwart dringend benötigte Freiräume für kreative Visionen, für Begegnung, für gesellschaftliche Aushandlung und für gemeinsame kritische Reflexion. Kunstschaffende fragen in ihren Werken danach, wo wir stehen, wie wir hierhergekommen sind und vor allem wohin wir gehen und wie dies aussehen und sich anfühlen könnte.“

In ihrer Bucerius Lecture betrachtete Reinhardt vergangene Ausstellungen im Deutschen Pavillon im zeitgenössischen Kontext der letzten Jahrzehnte – und legte so das Spannungsverhältnis zwischen politischen und ästhetischen Auseinandersetzungen offen. Nora Gomringer verknüpfte in „Gestaltungsideen für den deutschen Pavillon auf dem Gelände der Kunstbiennale in Venedig“ gleichermaßen klug wie unterhaltsam gegenwartsbezogene Themen und mit Deutschland assoziierte Eigenheiten – und untermauerte anschaulich Reinhardts Thesen.

Kathleen Reinhardt kuratiert die diesjährige Schau im Deutschen Pavillon in Italien gemeinsam mit Arbeiten von Sung Tieu und Henrike Naumann, die als Alumna bzw. designierte Professorin der Hochschule für Bildende Künste beide mit Hamburg verbunden sind. In ihren vielfach ausgezeichneten Werken beschäftigen sich die in Ostdeutschland aufgewachsenen Künstlerinnen mit den historischen, sozialen und politischen Dimensionen u. a. von Alltagsästhetik, stets in Verbindung mit den Fragen der Gegenwart.

Die Bucerius Lecture fand am 15. Januar zum zweiten Mal im Helmut-Schmidt-Auditorium der Bucerius Law School vor rund 350 Zuhörenden statt. Als programmatischer Jahresauftakt der ZEIT STIFTUNG BUCERIUS nimmt sie jeweils ein zentrales gegenwartsbezogenes Thema in den Blick. So warb der US-Historiker Timothy D. Snyder Anfang 2025 parallel zum Regierungsantritt Donald Trumps für Freiheit als „Wert aller Werte“. 

Pressekontakt:
ZEIT STIFTUNG BUCERIUS
Dr. Jasmin Sohnemann
Telefon: 040 41336870
E-Mail: presse@zeit-stiftung.de

Dr. Kathleen Reinhardt
Kathleen Reinhardt ist seit Dezember 2022 Direktorin des Georg Kolbe Museums in Berlin, zuvor war sie als Kuratorin für Gegenwartskunst am Albertinum der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden tätig. 2026 wird sie den Deutschen Pavillon auf der 61. Kunstbiennale in Venedig gestalten. In ihren Ausstellungen und Publikationen verbindet sie historische Fragen mit dem Heute. Sie promovierte zu afroamerikanischer Kunstgeschichte an der Freien Universität Berlin, schreibt für Publikationen und Fachzeitschriften und unterrichtet zu Kunstgeschichte, kuratorischer Praxis und Kunstschaffen in post-sozialistischen Räumen an Universitäten und Kunstakademien weltweit.

Nora Gomringer
Nora Gomringer ist Schweizerin und Deutsche. Sie ist Lyrikerin und schreibt für Radio und Feuilleton, veröffentlicht Kolumnen und Essays. Auftragsarbeiten wie Libretti für Opernprojekte und das Theaterstück „OINKONOMY“ wurden für verschiedene Bühnen realisiert. Gastprofessuren und Stipendien führten sie nach Sheffield, Koblenz/Landau, Kyoto, New York und Novosibirsk. Seit 2010 ist sie Direktorin des Internationalen Künstlerhauses Villa Concordia in Bamberg. 2015 gewann sie den Ingeborg-Bachmann-Preis, weitere Auszeichnungen wie der Else Lasker-Schüler-Lyrikpreis oder der E.T.A. Hoffmann-Preis folgten. Ihr Werk wurde in zahlreiche Sprachen übersetzt.

ZEIT STIFTUNG BUCERIUS

Die ZEIT STIFTUNG BUCERIUS setzt sich aus Hamburg heraus für eine freie und handlungsfähige Demokratie mit einer konstruktiven Streitkultur ein. Durch zahlreiche Förderprogramme und eigene Institutionen wie das Bucerius Kunst Forum und die Bucerius Law School unterstützt sie u. a. Wissenschaft, Kunst und Presse. 2026 verstärkt sie ihr Engagement in Ostdeutschland, um demokratiefördernde zivilgesellschaftliche Initiativen, freie Kunst und Presse nachhaltig zu stärken.

 

Hamburg/Köln, 25. November 2025
10 Jahre Weichen für Grundschulkinder stellen
Projekt zur Förderung von Viertklässlern wird mit Jubiläumsfeier an der Universität zu Köln gewürdigt

Das Zentrum für Lehrer*innenbildung der Universität zu Köln (ZfL) lädt am 5. Dezember zur Jubiläumsfeier anlässlich des zehnjährigen Bestehens des Bildungsprojekts „WEICHENSTELLUNG für Viertklässler“ in Köln ein.

WEICHENSTELLUNG unterstützt Grundschulkinder auf ihrem Weg an die weiterführende Schule. Lehramtsstudierende begleiten die Kinder über zwei Jahre hinweg und fördern sie gezielt beim Lernen. Insgesamt 900 Kinder haben das Programm bisher durchlaufen oder nehmen aktuell daran teil. 300 Studierende waren bereits beteiligt und konnten im Rahmen des Projekts Teile ihrer Praxisphasen im Lehramtsstudium absolvieren.

Das von der ZEIT STIFTUNG BUCERIUS initiierte Projekt begann in Hamburg und wird inzwischen bundesweit an mehreren Standorten angeboten. In Köln setzt das Zentrum für Lehrer*innenbildung WEICHENSTELLUNG seit 2016 um – in enger Kooperation mit der Dr. Harald Hack Stiftung, die das Programm seit Beginn unterstützt und fördert. „Vom ersten Moment an hat die Initiative an der Universität zu Köln Begeisterung ausgelöst. Für das Engagement und die Entschlossenheit, mit uns gemeinsam in Köln für so viele Kinder erfolgreich die Weichen zu stellen, danke ich allen Beteiligten von Herzen - besonders der Dr. Harald Hack Stiftung für ihr Vertrauen in WEICHENSTELLUNG!“ - so Dr. Tatiana Matthiesen, die in der ZEIT STIFTUNG BUCERIUS den Bildungsbereich leitet.

Regelmäßige Evaluationen zeigen, wie wirksam das Mentoring ist: Die Kinder verbessern ihre schulischen Leistungen, gewinnen Selbstvertrauen und entwickeln die Motivation, eigene Bildungswege aktiv zu gestalten. Gleichzeitig reflektieren die Studierenden ihre Berufswahl intensiver und steigern ihre berufliche Motivation. Das Projekt stärkt damit sowohl die Bildungswege der Kinder als auch die Professionalisierung angehender Lehrkräfte.

Da der Bildungserfolg in Deutschland noch immer eng mit der sozialen Herkunft verknüpft ist, setzt das Projekt gezielt dort an, wo Unterstützung fehlt. Es eröffnet Kindern neue Chancen und Perspektiven, die sie in ihrem Umfeld nicht immer erhalten. Seit Projektstart in Köln arbeitet das ZfL mit 15 Grundschulen und 50 weiterführenden Schulen zusammen. WEICHENSTELLUNG und ist heute ein fester Bestandteil der Kölner Bildungslandschaft.

Jubiläumsfeier zum zehnjährigen Bestehen

Zeit: 5. Dezember 2025, ab 16.00 Uhr
Ort: Aula 3, Humanwissenschaftliche Fakultät der Universität zu Köln, Gronewaldstraße 2, 50931 Köln 

Weitere Informationen hier und zur Anmeldung.  

Pressekontakt:
Merle Hettesheimer
Universität zu Köln, Zentrum für Lehrer*innenbildung
+49 221 470-5687
m.hettesheimer@uni-koeln.de

Hamburg, 15. Oktober 2025
Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz erhält den Marion-Dönhoff-Preis 2025 / Der Förderpreis geht an EinDollarBrille e. V.

Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) wird in diesem Jahr mit dem Marion-Dönhoff-Preis für internationale Verständigung und Versöhnung ausgezeichnet. Die gemeinnützige Organisation EinDollarBrille e. V. erhält den Förderpreis. Das teilten die ZEIT STIFTUNG BUCERIUS, DIE ZEIT und die Marion Dönhoff Stiftung als ausrichtende Organisationen der jährlichen Vergabe des Marion-Dönhoff-Preis mit. Die Auszeichnungen sind mit jeweils 20.000 Euro dotiert.

Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz wird für seine Verdienste als Wächterin über das humanitäre Völkerrecht ausgezeichnet. Seit seiner Gründung setzt sich das IKRK in beispielloser Weise für die Opfer von bewaffneten Konflikten ein. „Weltweit nimmt die Zahl der Kriege wieder zu, während die Kriegführung brutaler und gewissenloser wird. In dieser bedrückenden Situation geht das IKRK als unparteiische Organisation seiner unverzichtbaren Arbeit nach. Was seine Mitarbeitenden in den Kriegs- und Konfliktgebieten leisten, oft unter großer persönlicher Gefahr, verdient höchste Anerkennung. Wie segensreich das IKRK wirken kann, zeigte sich in diesen Tagen bei der Freilassung der israelischen Geiseln und dem Austausch der palästinensischen Häftlinge“, so die Jury.

Den Förderpreis vergibt die Jury an den Verein EinDollarBrille e. V. für dessen Einsatz für ein selbstbestimmtes Leben von Menschen mit Sehschwächen. In verschiedenen Projektländern wie Kenia, Brasilien oder Indien ermöglicht der Verein einen bezahlbaren Zugang zu Sehhilfen, schafft Arbeitsplätze und trägt zur Befähigung der Menschen vor Ort bei. Der Zugang zu Sehhilfen ohne die Abhängigkeit von Dritten ist dabei oft der erste Schritt zu Bildung, Lebensqualität und gesellschaftlicher Teilhabe. „Die EinDollarBrille beweist, wie viel Integration durch einfache, aber wirkungsvolle Lösungen möglich ist“, so die Begründung der Jury.

Der Jury des Marion-Dönhoff-Preises gehören an: Friedrich Dönhoff (Autor), Norbert Frei (Historiker), Astrid Frohloff (Journalistin), Maja Göpel (Politökonomin), Manfred Lahnstein (Kuratoriumsmitglied der ZEIT STIFTUNG BUCERIUS), Matthias Naß (DIE ZEIT), Janusz Reiter (Polnischer Botschafter a. D.), Heinrich Wefing (DIE ZEIT) und Anne Will (Journalistin).

In diesem Jahr vergeben die ZEIT STIFTUNG BUCERIUS, DIE ZEIT sowie die Marion Dönhoff-Stiftung den Preis zum 23. Mal. Die Verleihung findet am 30. November im Deutschen Schauspielhaus Hamburg statt. 

Pressekontakt:

ZEIT STIFTUNG BUCERIUS,
Dorit Schartau – Pressesprecherin
Telefon:  040 41336870,
E-Mail: presse@zeit-stiftung.de

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