Von Hamm nach Hamburg, vom Anfang eines Jahrhunderts nahezu bis an dessen Ende – schon zu Lebzeiten dürfte klar gewesen sein, dass der Weg von Gerd Bucerius auch noch rund 30 Jahre nach seinem Tod im Jahre 1995 nachfolgende Generationen leiten würde. Mit einem beruflichen Facettenreichtum und offenen Geist ist unser Stifter und Wahlhamburger durch die Verlagsbranche geschritten, hat Menschen vor Gericht verteidigt und auch das politische Geschehen Deutschlands in der Nachkriegszeit mitgestaltet. Wo führen diese vielen Facetten zusammen? Seit 1971 bei uns, in der heutigen ZEIT STIFTUNG BUCERIUS.
Zum 120. Geburtstag: Rückblick auf 40 und 80 Jahre Gerd Bucerius
Gerd Bucerius, geboren am 19. Mai 1906 in Hamm, würde in diesem Jahr seinen 120. Geburtstag feiern. Diese 120 Jahre lassen sich in Bucerius' reichhaltigem Wirken und Leben beinahe schon in mehrere Ären unterteilen. Dieser neue Beitrag unseres Archivars Axel Schuster zeigt, was die einzelnen Ären im Leben von Gerd Bucerius bedeutet haben. Im jüdischen Glauben nimmt der 120. Geburtstag eine besondere Position ein: So lautet ein typischer jüdischer Geburtstagswunsch, man „möge 120 Jahre alt werden“. Auch darauf geht der neue Beitrag ein – und beschreibt unter anderem Gerd Bucerius' Einsatz für jüdisches Leben, das er nicht zuletzt mit seiner ersten Ehefrau Gretel Goldschmidt, genannt Detta, kennenlernte, aber auch selbst durch den Schutz Erik Blumenfelds vor dem NS-Regime und auch in der Arbeit mit jüdischen Mandant:innen verteidigte. Auch dazu lesen Sie mehr im Beitrag.
Der Einsatz für jüdisches Leben prägt unsere Arbeit als Stiftung in Bucerius' Fußstapfen ebenso wie sein Einsatz für Kultur, Pressefreiheit und Recht. Mit unseren Töchterinstitutionen Bucerius Kunst Forum und Bucerius Law School stehen zwei dieser Leidenschaften des Stifters jeden Tag im Fokus. Wie sich Bucerius, übrigens selbst Sohn eines Juristen, noch zu Lebzeiten unter anderem selbst für Bildung und die Förderung junger Rechtswissenschaftler:innen einsetzte, ist in diesem neuen Beitrag auf der Webseite der Bucerius Law School nachzulesen.
Stiftende für die Debatte: Weggefährt:innen erzählen von Ebelin und Gerd Bucerius
Zeit ihres Lebens galten unser Stifter und seine spätere Frau und Mitstifterin, Ebelin Bucerius, als Freund:innen der offenen und ehrlichen Debatte. Wie war es also, mit Gerd und Ebelin Bucerius aufrichtig zu streiten, um ins entschlossene Handeln zu kommen? Einblicke hierein gibt unsere Serie zu persönlichen Erinnerungen von Weggefährt:innen der Bucerius'. Unter den nachfolgenden Links (Teil 1, Teil 2, Teil 3) erzählen unter anderem Rechtsanwältin Brigitte Lichtenauer-Blumenfeld sowie die ehemaligen ZEIT-Redakteure Haug von Kuenheim und Benedikt Erenz von Ebelin Bucerius und dem Mann, der seinem Freundeskreis nicht immer nur als ZEIT-Verleger, Anwalt oder Abgeordneter bekannt war – sondern auch mal unter dem Spitznamen „die Grille“.
Im Kampf für unabhängige Berichterstattung
Die Schilderungen aus der Redaktion der ZEIT geben auch Einsicht in Bucerius' vehementen Kampf für die Pressefreiheit – einen, denen wir heute auf vielen Ebenen in Projekten wie der Hamburger Woche der Pressefreiheit weiterführen. Für Bucerius bedeutete die Verteidigung von Pressefreiheit sogar eine Transition zwischen seinen eingangs beschriebenen „Ären“: Die sogenannte „Höllenfeuer“-Affäre beendete einst seine Karriere als CDU-Abgeordneter im Deutschen Bundestag und zementierte sein Wirken als Verleger einer Pressestimme, die jenseits von parteipolitischen Interessen für unabhängigen Journalismus einsteht.
In seinen 89 Jahren hat Gerd Bucerius noch viel mehr Engagement angestiftet, über das wir hier und auf unseren Kanälen, im Newsletter und auf Veranstaltungen eingehen – und freuen uns, wenn Sie uns dabei weiterhin begleiten. Vielleicht für die nächsten 120?