Mit 20.000 € ausgezeichnet wird Chernovik aus Machatschkala (Republik Dagestan). Die Wochenzeitung berichtet über die Sondereinsätze der Miliz- und Sicherheitskräfte, übt Kritik an deren Vorgehensweise, recherchiert zweifelhafte Methoden der Terrorismusbekämpfung. Die Redaktion berichtet ebenso kritisch wie konstruktiv über behördliches Handeln. Mehrfach sah sich das Blatt Anschuldigungen und Schließungsdrohungen gegenüber - wegen vermeintlichen Extremismus’ und Aufstachelung zum Hass. (Nominiert von: Norwegian Journalist Union und Norwegian PEN, Oslo; Human Rights House and The Nowegian Helsinki Committee Oslo)

 

Natalja Ivanishina von der Ust-Ilimskaja Pravda aus Ust-Ilimsk (Gebiet Irkutsk) erhält 10.000 €. Ivanishina (*1965) beschäftigt sich vorrangig mit Justiz-Themen und Gerichtsbarkeit. Sie führt unabhängige journalistische Recherchen durch, berichtet über Prozesse und Gerichtsverhandlungen. Sie schreibt über Bürger, die in die Mühlen der Justiz geraten sind, hartnäckig deckt sie Fälle von Strafvereitelung und Korruption bei Justiz und Behörden auf. (Nominiert von: der Rechtsanwältin Albina Bezzubenko)

Maryna Koktysch schreibt für Narodnaja Volja in Minsk, sie erhält 10.000 €. Koktysch (*1977) berichtete über alle wichtigen Ereignisse im Kontext der Präsidentschaftswahlen im Dezember 2010. Unerschrocken prangert sie die Unterdrückung demokratischer und rechtsstaatlicher Prinzipien an. Ihre Stärke ist das Interview. Gespräche zu gesellschaftlich-politischen und persönlichen Themen führt sie sowohl mit Regimekritikern als auch mit Spitzenvertretern der Regierung. Trotz zahlreicher Repressionsversuche lässt sie sich nicht einschüchtern. (Nominiert von: Deutsche Botschaft Minsk)

Natalia Ligatschewa von der Website Telekritika in Kiew, Ukraine, erhält 10.000 Euro. Die seit 2001 bestehende Website Telekritika ist ein Diskussionsforum über Pressefreiheit, professionelle Standards, journalistische Ethik, Menschenrechte und journalistische Solidarität. Die Journalisten beobachten und analysieren die Medienentwicklung, außerdem werten sie politische Sendungen aus. Telekritika berichtet unabhängig und ausgewogen über die Situation und Tendenzen in den ukrainischen Medien. Aufgrund ihrer Wächterrolle ist Telekritika wichtig für die Medienentwicklung in der Ukraine. (Nominiert von: Markus Löning, Menschenrechtsbeauftragter der Bundesregierung; Deutsche Botschaft Kiew)

Zamin Haji, aus Baku, Aserbaidschan, wird mit 10.000 € ausgezeichnet. Haji (*1973) tritt unerschrocken für Meinungsfreiheit und Demokratisierung ein. Seine Artikel und Analysen sowie seine scharfsinnigen Kolumnen thematisieren Missstände, Machtmissbrauch und Korruptionsaffären. Haji gilt als einer der besten investigativen Journalisten im Land und ist für seinen ironischen, teilweise sarkastischen Stil bekannt. Er ist zahlreichen Maßregelungen und persönlichen Angriffen ausgesetzt. (Nominiert von: Shahvalad Chobanoglu, Baku, Human Rights House und The Norwegian Helsinki Committee, Oslo)

Das armenische Nachrichtenportal www.a1plus.am wird mit 10.000 € ausgezeichnet. Es berichtet über die Aktivitäten der Opposition, die Schritte der Regierung und das parlamentarische Geschehen. Große Aufmerksamkeit schenken die Autoren sozialen Problemen, der Lage in den Regionen und Aktionen gesellschaftlicher Organisationen. A1+ liefert unabhängige Einschätzungen und Kommentare, seine Live-Sendungen im Internet informieren aktuell und plastisch. (Nominiert von: Human Rights House und The Norwegian Helsinki Committee, Oslo)