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© Mathis Bauer / ZEIT STIFTUNG BUCERIUS
Freie Presse im Stadtbild verankert: So lief die vierte Hamburger Woche der Pressefreiheit

Sie trafen sich im Fußballstadion, im Fernsehstudio, im Foyer von Bibliotheken oder im Hörsaal: Die vierte Hamburger Woche der Pressefreiheit brachte ihre Besucher:innen an den verschiedensten Orte in und rund um die Hansestadt zusammen. Doch überall lag der Fokus auf einem prägenden Thema: der Bedeutung von Pressefreiheit für die Demokratie. So drehten sich die Debatten um die Rolle von unabhängigem Journalismus, den Kampf gegen Desinformationen und die Stärkung des Vertrauens in Medien.

Damit hat die vierte Aktionswoche vom 11. bis 17. Oktober 2026, initiiert von uns als ZEIT STIFTUNG BUCERIUS und der Körber-Stiftung, die Bedeutung einer freien Presse ein weiteres Mal etabliert. Mit rund 60 beteiligten Partner:innenorganisationen aus Medienhäusern, gemeinnützigen Organisationen, Vereinen und Stiftungen war das Netzwerk um die Veranstalter:innen und Unterstützenden so groß wie noch nie. Und auch das Programm bot mit rund 80 Veranstaltungen eine bisher unübertroffene Bandbreite. Täglich fanden im Hamburger Stadtgebiet Veranstaltungen statt – von Redaktionsbesuchen über Workshops, Panel-Diskussionen bis zum persönlichen Gesprächsangebot mit Journalist:innen. Viele Angebote richteten sich direkt an Schulklassen, aber auch für alle weiteren Altersgruppen hielt das Programm kostenlose und niedrigschwellige Highlights bereit.

Auftakt mit Big-Tech-Debatte und Einblicke in die Arbeit junger Videojournalist:innen

Zwei dieser Programmpunkte sind seit jeher feste Bestandteile der Aktionswoche: Die große Live-Sendung bei NDR Info, die den Start in die Aktionswoche jährlich einläutet, sowie der Senatsempfang für Jugendliche. Bei der NDR-Live-Sendung diskutierten in diesem Jahr die niedersächsische Innenministerin Daniela Behrens, Journalistin Victoria Reichelt und Christina Elmer, Professorin an der TU Dortmund, unter dem Titel „Echt jetzt? Demokratie unter Druck“ mit Moderator Ingo Zamperoni. Außerdem war der Wikipedia-Gründer Jimmy Wales ins Studio zugeschaltet. Die Runde debattierte intensiv über Fragen zu Big Tech, Algorithmen, Desinformationen sowie die Herausforderungen für Qualitätsjournalismus im digitalen Raum. Beim Senatsempfang für Jugendliche im Hamburger Rathaus sprachen der journalistische Creator Chris Müller und Kiara Jade, Host des ARD-Formats „POV – Deine Stimme zählt“, zu über 400 Jugendlichen von Hamburger Schulen. Im Austausch mit Moderatorin Muschda Sherzada erklärten sie ihren individuellen Weg in den Journalismus und schilderten ihren Blick auf Fragen zu Diversität in Redaktionen und Themenwahl, aber auch auf den Anspruch von digitalem Video-Journalismus. „Meine Aufgabe ist nicht, alles einfacher zu machen“, erläuterte Chris Müller hierzu und wandte sich direkt an die Schüler:innen: „Meine Aufgabe ist, dass ihr selbst anfangt, über Sachen nachzudenken. Das ist die Aufgabe des Journalismus“. Neben den Creator:innen stellten auch junge Engagierte aus beteiligten Projekten ihre Arbeit vor, darunter TIDE und die Redaktion von Salon5.

Zusammenarbeit im Netzwerk: Partner:innen von Fußballverein bis Forschungsinstitut

Als neue Partner:innenorganisationen waren unter anderem die beiden Fußballvereine FC St. Pauli und der HSV mit an Bord, die in ihren Stadien und Spielstätten zum Beispiel Workshops für Schulklassen veranstalteten oder zu einem gemeinsamen Pub-Quiz mit Correctiv einluden. Ohnehin war die Aktionswoche auch im vierten Jahr eine Brücke für solch ungeahnte Partner:innenschaften: So kam beispielsweise die Haspa erneut mit dem Team der Bildungsinitiative Lie Detectors für Workshops zusammen; anderorts taten sich das Team von „GenZ“ (Landeszentrale für politische Bildung), der Deutsche Journalisten-Verband Nord und das Leibniz Institut für Medienforschung mit den Hamburger Bücherhallen zusammen. Internationale Beteiligung gab es durch das Europäisches Zentrum für Presse- und Medienfreiheit (ECPMF) oder die Belarusian Association of Journalists.

Große Medienhäuser geben transparenten Einblick in Redaktionsalltag

Zum gemeinsamen Einsatz für Pressefreiheit gehört auch, das Vertrauen in Medien zu fördern – allen voran mit transparenten Einblicken darin, wie Nachrichten entstehen. Diese Möglichkeiten boten im Rahmen der Aktionswoche mehrere große Medienhäuser in Form von Redaktionsbesuchen und Transparenztagen. Erstmals nahm in diesem Jahr die Regionalredaktion von SAT.1 ausgewählte Besucher:innen mit hinter die Kulissen des Redaktionsalltages, aber auch DER SPIEGEL, das ZDF Landesstudio Hamburg und RTL Nord öffneten ihre Türen für Zuschauer:innen.

Stadtweite Kampagne schafft Aufmerksamkeit on- und offline

Der Blick hinter die Kulissen wurde begleitet von einer Werbekampagne „Zwischen den Zeilen“, die mit Unterstützung von Ströer im gesamten Stadtgebiet auf Digital Out-Of-Home-Flächen und Plakatwänden zu sehen war. Die Kampagne machte auch auf wichtige Kennzahlen und Fakten oder spannende Meilensteine journalistischer Geschichte aufmerksam – darunter die prägenden und preisgekrönten Recherchen im Fall #MeToo, die SPIEGEL-Affäre oder die Arbeiten des Journalisten Günter Wallraff. Hinter der Agentur steht das Berliner Studio Hoekstra, die neue Webseite wurde technisch von der CTNM GmbH realisiert.

„Pressefreiheit und Medienberichterstattung geraten zunehmend unter Druck“, so unser Vorstandsvorsitzender Manuel Hartung zur Aktionswoche. „Als ZEIT STIFTUNG BUCERIUS setzen wir uns seit Jahrzehnten für die Pressefreiheit ein und wollen mit der Hamburger Woche der Pressefreiheit ein starkes Zeichen für die Bedeutung unabhängiger Berichterstattung für eine wehrhafte Demokratie setzen. (…) Damit sendet Hamburg ein klares Signal für die freie und unabhängige Presse.“

Mehr zur Hamburger Woche der Pressefreiheit hier.

 

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