Das Bewahren denkmalgeschützter Bauten und Artefakte als Orte kultureller Identität entspricht einem Grundbedürfnis in unserer Gesellschaft. Der großen Mehrheit der Menschen in Deutschland würde etwas fehlen, wenn es keine instandgehaltenen älteren und historischen Gebäude mehr gäbe. Die ZEIT-Stiftung nimmt dieses Grundbedürfnis nach Denkmalpflege ernst.
Um aus der Fülle erhaltenswerter Kulturzeugnisse jene gezielt zu bewahren, die auch die kulturelle Gegenwart und Zukunft bereichern, engagiert sich die ZEIT-Stiftung für die Denkmalpflege. Nach mehreren Jahren des Engagements für den Kulturerhalt in Ostdeutschland richtet sich die Fördertätigkeit der Stiftung nunmehr auf denkmalgeschützte Objekte in Hamburg und Norddeutschland.
Ein Blick auf die denkmalgeschützten Bauten zeigt den außergewöhnlichen Reichtum Norddeutschlands. Die ZEIT-Stiftung initiiert und unterstützt Projekte, die denkmalgeschützte Gebäude in Mecklenburg-Vorpommern, Bremen, Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Hamburg restaurieren.

Dorfkirche Neukirchen

Der einschiffige mittelalterliche Feldsteinbau gehört zu den ältesten Dorfkirchen in Mecklenburg. Die barocke Innenausstattung mit Altar und Kanzel stammt aus dem frühen 18. Jahrhundert. Die Orgel, die zu den wertvollsten in ganz Mecklenburg gehört, wurde 1768/69 von dem bedeutenden Orgelbaumeister Paul Schmidt aus Rostock erbaut. Das Instrument wurde im Rahmen des Orgelrestaurierungsprogramms der ZEIT-Stiftung „Für die Zukunft gerettet“ saniert und 2002 neu geweiht. Im Rahmen einer Gesamtsanierung der Kirche wurden 2016 bereits die Dachkonstruktionen des Chores und des nördlichen Choranbaus restauriert, die Dachdeckung sowie die Gewölbesanierung und Innenraumfassung der zwei westlichen Gewölbejoche teilweise erneuert. Nun sind hauptsächlich Arbeiten am Turmmauerwerk, an der Turmhaube sowie an den Außenwänden der Kirche nötig. Sie werden u.a. mit Mitteln der ZEIT-Stiftung ermöglicht – und die Sanierung kann damit abgeschlossen werden.


Sanierung des Dachtragwerkes an der Kreuzkirche Wandsbek, Hamburg
In der neugotischen Kreuzkirche besteht erheblicher Sanierungsbedarf. Der Dachstuhl der Kirche hat sich im Lauf der Zeiten erheblich verformt. Tragende Balken sind verdreht oder reißen gar. Die Statik des gesamten Daches ist damit in Gefahr und muss dringend gesichert werden. Die Dacheindeckung ist undicht, so dass Feuchtigkeit eindringt. Um eine teilweise neue Eindeckung und die Beseitigung der Holzschäden fachgerecht auszuführen, müssen die Fassaden von außen eingerüstet und der Dachstuhl gesäubert werden. In einem zweiten Bauabschnitt werden der Innenraum und die Orgel saniert.
Mit der Günther und Lieselotte Powalla Bunny’s Stiftung unterstützt die ZEIT-Stiftung die Sanierung im ersten Bauabschnitt.

Turmsanierung der Kirche "Zu den Zwölf Aposteln" in Lurup, Hamburg
Der 32 Meter hohe, runde Kirchturm, der als Campanile neben der Kirche steht, wurde 1962/63 in einer Stahlbetonskelettbauweise mit Ziegelmauerwerkausfachungen errichtet. Der Entwurf stammt von Bernhard Hermkes, der als Architekt des denkmalgeschützten Ensembles der Hamburger Grindelhochhäuser bekannt ist. Die Sichtbetonkonstruktion, beispielhaft für die Ingenieurbaukunst der 1960er Jahre, weist am Stahlbauskelett starke Schäden auf, so dass eine komplette Einrüstung und Einnetzung vorgenommen werden musste. Erste baustofftechnische Untersuchungen der Konstruktion haben ergeben, dass zusätzlich zur klassischen Betonsanierung durch Freilegen und Entrosten der Bewehrung, Reprofilierung sowie Herstellung der erforderlichen Betondeckung weitergehende Maßnahmen erforderlich sind, um die Korrosion zu stoppen.

Dachsanierung St.-Laurentius-Kirche Groß Kiesow, Mecklenburg-Vorpommern
Umfangreiche Sanierungsarbeiten an der Dachkonstruktion und dessen Eindeckung sind notwendig, um die St.-Laurentius-Kirche in Groß Kiesow ca. 12 Kilometer südöstlich von Greifswald zu erhalten. St. Laurentius, ein rechteckiger Saalbau aus Backsteinen auf einem hohen Granitquadersockel mit Rollschicht und Karnies, hat einen eingezogenen quadratischen Chor aus geschichteten Feldsteinen und einen Westturm. Der Chor wurde in der 2. Hälfte des 13. Jahrhunderts gebaut. Das Schiff und der Ostgiebel wurden im 14. Jahrhundert angefügt. Der Turm aus Backsteinen auf hohem Granitquadersockel ist im Erdgeschoss mittelalterlich. Die Obergeschosse wurden 1653 in Fachwerk errichtet und  im 19. Jahrhundert in neogotischer Gliederung in Backstein ummantelt. Auf der Nordseite des Hauptdaches dringt durch undichte Stellen Regenwasser und Schnee ein, die Holzkonstruktion des Dachstuhls ist von Schädlingen befallen. Mit dem Pfarrhaus und dem umliegenden Friedhof ist die Dorfkirche das Zentrum des kleinen Ortes.  Die ZEIT-Stiftung engagiert sich für die dringliche Dachsanierung der Kirche.

Die Oberkirche Arnstadt, Thüringen
Martin Luther war in der Oberkirche von Arnstadt, die ursprünglich die Kirche des Franziskanerklosters war, zu dem der größte Teil des heutigen Pfarrhofs gehörte. Der Bau stammt aus der Mitte des 13. Jahrhunderts,  der Kirchturm aus dem 15. Jahrhundert. Das einschiffige Gebäude besticht durch seine Schlichtheit. Der große Brand in Arnstadt von 1581 verschonte zwar Kirche und Kloster, doch nun sind Instandhaltungsmaßnahmen erforderlich. Die ZEIT-Stiftung hilft bei der Sanierung des Kreuzgangs und -hofs.

Prof. Dr. Andreas Hoffmann
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