Das Bewahren denkmalgeschützter Bauten und Artefakte als Orte kultureller Identität entspricht einem Grundbedürfnis in unserer Gesellschaft. Der großen Mehrheit der Menschen in Deutschland würde etwas fehlen, wenn es keine instandgehaltenen älteren und historischen Gebäude mehr gäbe. Das ergab eine forsa-Umfrage im Auftrag der ZEIT-Stiftung.
Um aus der Fülle erhaltenswerter Kulturzeugnisse jene gezielt zu bewahren, die auch die kulturelle Gegenwart und Zukunft bereichern, engagiert sich die ZEIT-Stiftung für die Denkmalpflege in Hamburg und Norddeutschland.
Ein Blick auf die denkmalgeschützten Bauten zeigt den außergewöhnlichen Reichtum Norddeutschlands. Die ZEIT-Stiftung initiiert und unterstützt Projekte, die denkmalgeschützte Gebäude in Mecklenburg-Vorpommern, Bremen, Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Hamburg restaurieren.

St.-Marien-Kirche in Gnoien, Mecklenburg-Vorpommern
Die Stadtpfarrkirche St.-Marien, ein frühgotischer Backsteinbau, bestehend aus Chor, Langhaus und Turm, ist das älteste Gebäude der Kleinstadt in Mecklenburg-Vorpommern. Sie wurde von 1250 bis 1450 errichtet. Bei der umfassenden Renovierung von 1877 bis 1881 durch Theodor Krüger erhielt die Kirche ihr heutiges neugotisches Aussehen. Bemerkenswert ist die Gewölbemalerei im Chor aus der Zeit um 1300, die um 1880 freigelegt und erneuert wurde. Der spätgotische Flügelaltar entstand in etwa um 1510/20. Die Orgel der Kirche ist bereits mindestens das dritte Instrument in der Geschichte der Kirche und wurde vom Orgelbauer Friedrich Hermann Lütkemüller im Jahr 1859 als Ersatz für ein zuvor genutztes Instrument gebaut. Die ZEIT-Stiftung unterstützt, nachdem sie sich bereits in der Vergangenheit auch für die Restaurierung der Orgel engagiert hatte, die Innenraumsanierung der Kirche.

Dorfkirche zu Buchholz, Mecklenburg-Vorpommern
Die neugotische Backsteinkirche im Ortsteil Buchholz der Gemeinde Ziesendorf im Landkreis Rostock wurde 1875 bis 1878 errichtet und gehört zu den wenigen gut erhaltenen Baudenkmälern des 19. Jahrhunderts in der Region. Nachdem sie kurz vor dem 1.Weltkrieg durch Feuer zerstört und im Jahr 1925 wieder aufgebaut wurde, erfolgten seit den späten 1980er Jahren eine Reihe wichtiger Renovierungs- und Erhaltungsmaßnahmen, darunter des Daches, der Glocken, der Entfeuchtung, der Orgel und der Turmuhr. Der Großteil des Kirchenraums wurde 2014 saniert. Die ZEIT-Stiftung engagiert sich im 3. Bauabschnitt für die Sanierung der Vierung und des Chores.

Dorfkirche Neukirchen, Mecklenburg-Vorpommern
Der einschiffige mittelalterliche Feldsteinbau gehört zu den ältesten Dorfkirchen in Mecklenburg. Die barocke Innenausstattung mit Altar und Kanzel stammt aus dem frühen 18. Jahrhundert. Die Orgel, die zu den wertvollsten in ganz Mecklenburg gehört, wurde 1768/69 von dem bedeutenden Orgelbaumeister Paul Schmidt aus Rostock erbaut. Das Instrument wurde im Rahmen des Orgelrestaurierungsprogramms der ZEIT-Stiftung „Für die Zukunft gerettet“ saniert und 2002 neu geweiht. Im Rahmen einer Gesamtsanierung der Kirche wurden 2016 bereits die Dachkonstruktionen des Chores und des nördlichen Choranbaus restauriert, die Dachdeckung sowie die Gewölbesanierung und Innenraumfassung der zwei westlichen Gewölbejoche teilweise erneuert. Nun sind hauptsächlich Arbeiten am Turmmauerwerk, an der Turmhaube sowie an den Außenwänden der Kirche nötig. Sie werden u.a. mit Mitteln der ZEIT-Stiftung ermöglicht – und die Sanierung kann damit abgeschlossen werden.

Sanierung des Dachtragwerkes an der Kreuzkirche Wandsbek, Hamburg
In der neugotischen Kreuzkirche besteht erheblicher Sanierungsbedarf. Der Dachstuhl der Kirche hat sich im Lauf der Zeiten erheblich verformt. Tragende Balken sind verdreht oder reißen gar. Die Statik des gesamten Daches ist damit in Gefahr und muss dringend gesichert werden. Die Dacheindeckung ist undicht, so dass Feuchtigkeit eindringt. Um eine teilweise neue Eindeckung und die Beseitigung der Holzschäden fachgerecht auszuführen, müssen die Fassaden von außen eingerüstet und der Dachstuhl gesäubert werden. In einem zweiten Bauabschnitt werden der Innenraum und die Orgel saniert.
Mit der Günther und Lieselotte Powalla Bunny’s Stiftung unterstützt die ZEIT-Stiftung die Sanierung im ersten Bauabschnitt.

Dachsanierung St.-Laurentius-Kirche Groß Kiesow, Mecklenburg-Vorpommern
Umfangreiche Sanierungsarbeiten an der Dachkonstruktion und dessen Eindeckung sind notwendig, um die St.-Laurentius-Kirche in Groß Kiesow ca. 12 Kilometer südöstlich von Greifswald zu erhalten. St. Laurentius, ein rechteckiger Saalbau aus Backsteinen auf einem hohen Granitquadersockel mit Rollschicht und Karnies, hat einen eingezogenen quadratischen Chor aus geschichteten Feldsteinen und einen Westturm. Der Chor wurde in der 2. Hälfte des 13. Jahrhunderts gebaut. Das Schiff und der Ostgiebel wurden im 14. Jahrhundert angefügt. Der Turm aus Backsteinen auf hohem Granitquadersockel ist im Erdgeschoss mittelalterlich. Die Obergeschosse wurden 1653 in Fachwerk errichtet und  im 19. Jahrhundert in neogotischer Gliederung in Backstein ummantelt. Auf der Nordseite des Hauptdaches dringt durch undichte Stellen Regenwasser und Schnee ein, die Holzkonstruktion des Dachstuhls ist von Schädlingen befallen. Mit dem Pfarrhaus und dem umliegenden Friedhof ist die Dorfkirche das Zentrum des kleinen Ortes.  Die ZEIT-Stiftung engagiert sich für die dringliche Dachsanierung der Kirche.

Prof. Dr. Andreas Hoffmann
ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius
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