Sei vorsichtig mit deinen Wünschen… Mal wünschte ich mir dass die Welt ein bisschen langsamer wird, und dass ich mehr Zeit mit meinem Mann und Hobbys verbringe. Erreicht! Aber nicht genau so, wie ich es mir vorgestellt habe.

Seit Freitag, den 13. März (hallo, Aberglaube) arbeiten wir beide von Zuhause. Unsere Jobs sind viel geschäftiger geworden. Mein Mann arbeitet mit der größten Gesundheitsorganisation in Boston. Als USA und Krankenhäuser in den Shutdown gingen, arbeitete er ohne Wochenende, damit genug Ärzte und Krankenschwestern richtig eingesetzt werden, wo die Patienten sind, und damit sie genügend Schutzausrüstung haben. Ab und zu brachte ich ihm etwas kleines zum Essen, sonst wäre er bestimmt verhungert. Unseres niedliches Kätzchen Weisse Pfoten erzeugte ein beruhigendes Gefühl und stressmindernde Wirkung auf ihn. Selbst arbeite ich weniger als mein Mann, aber schon auch viel, da ich Nachlassplanung- und Erbrechtsanwältin bin. Unsere Kunden wollen, vor allem in diesen Umständen, ihre Testamente und “Trusts” für ihre Kinder und Familien einrichten. Ich finde es sehr befriedigend, während einer tödlichen Pandemie den Menschen ihr “peace of mind” finden zu helfen.

Mit den Herausforderungen bringt “Shutdown” auch Gutes mit sich. Frisches Mittagessen ist etwas neues für uns! Endlich habe ich Zeit zum Malen. Auch macht die kuschelige Weisse Pfoten auf dem Schoß Computerarbeit angenehmer. Und wir entwickeln neue Fähigkeiten, z.B. kann ich jetzt einem Mann die Haare schneiden!

Ich hoffe, dass die Welt auf der anderen Seite der Pandemie ein bisschen anders ist. Vielleicht arbeiten mehrere Menschen ständig von Zuhause. Vielleicht sitzen wir im Stau nie wieder. Das wird bestimmt gut für die Umwelt. Wir können mehr Zeit mit unseren Lieben verbringen. Und vielleicht können wir eines Tages sogar am exotischen Strand oder in den Bergen “von Zuhause” arbeiten.


Ada Kachan Colomb arbeitet als Estate Planning Attorney bei Mendel & Associates, LLC in Boston, USA. Sie ist Alumna aus dem von der ZEIT-Stiftung geförderten Austauschförderungsprogramm des Copernicus e.V. in Hamburg (2011).