Ein differenziertes Russlandbild zu vermitteln, ist für europäische Journalist:innen nicht immer einfach: Die in wissenschaftlichen Instituten vorhandenen Russlandkompetenz ist nicht ohne weiteres zugänglich und ein direkter Zugang zum russischen zivilgesellschaftlichen und öffentlichen Diskurs fehlt meist.

Hier setzt die Internetplattform „dekoder.org – Russland entschlüsseln“ an. Sie verbindet Artikel aus russischen Medien in deutscher Übersetzung mit Beiträgen europäischer Wissenschaftler:innen, die Hintergrundinformationen und Erläuterungen zu den Artikeln liefern. Die Plattform ergänzt so die im deutschsprachigen Raum geführten Russland-Debatten durch journalistische Stimmen aus Russland selbst – mit besonderem Augenmerk auf unabhängige, nicht vom russischen Staat finanzierte und kontrollierte Internet-Medien.

Dieses erfolgreiche Modell hat dekoder auch auf die russischsprachige Leserschaft übertragen, denn das Bild, das die russischen Mediennutzer von den Ereignissen und aktuellen Diskussionen in Europa erhalten, ist meist verzerrt. Europa wird als wehrlos und lächerlich dargestellt, gleichzeitig als Gefahr für den Weltfrieden.

Kritische Analysen oder neutrale Hintergrundinformationen zu europäischen Fragen fehlen oft. Daher ist das Europa-Bild in Russland häufig einseitig und fragmentarisch.

Hier schafft dekoder.org/ru Abhilfe: Ein breites Spektrum hochwertiger europäischer journalistischer Beiträge werden in russischer Sprache zugänglich gemacht. Wie in der deutschen Version werden auch auf der russischen Plattform wissenschaftliche Erläuterungen mit den einzelnen Artikeln verknüpft.

Im Jahr 2016 wurde dekoder.org mit dem Grimme Online Award ausgezeichnet.

Weitere Informationen hier 

 

Jessica Staschen
ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius
Feldbrunnenstraße 56
20148 Hamburg
040 41336871